Redensarten Lexikon
Wäsche
Das hat sich gewaschen: es ist vortrefflich, rein von Mängeln und Fehlern. Ein Kerl, der ›sich gewaschen hat‹, ist ein tüchtiger Mensch; aber auch: ›Eine Ohrfeige, die sich gewaschen hat‹, eine tüchtige, kräftige Ohrfeige. Im Gegensatz dazu steht ›ungewaschen‹ in dem Ausdruck Ein ungewaschenes Maul haben: ein Lästermaul sein.    Zwei schwäbische Sprüche sollen für die vielen stehen, die der Volksmund mit ›waschen‹ oder ›Wäsche‹ gebildet hat: Eine Weisheit lautet: ›Wer sauber ist, braucht sich net z'wasche‹ und ›I wäsch meine Füß halt all Johr amol‹, hot der Bauer g'sait, ›ob's braucht oder it‹.
   Mit allen Wassern gewaschen sein: durchtrieben sein, Wasser.
   Einem den Kopf waschen Kopf.
   Sich rein (weiß) waschen wollen: die Schuld von sich abzuwälzen suchen, weiß.
   Seine Hände in Unschuld waschen, Hand.
   Schmutzige Wäsche waschen: über die Fehler und Schwächen anderer sich unterhalten. Literarisch 1870 bei Wilhelm Raabe in ›Schüdderump‹. Bismarck sagte (›Reden‹ XI, 115): »Wir wollen lieber mal unsere schmutzige Wäsche unter vier Augen waschen«; vgl. französisch ›laver son linge sale en famille‹
(wörtlich: seine schmutzige Wäsche mit seinen Verwandten waschen) im Sinne von Streitigkeiten unter vier Augen beilegen.
   Dumm aus der Wäsche gucken: einfältig dreinblicken; soldatensprachlich aus dem 2. Weltkrieg.
   Jemanden aus der Wäsche hauen: ihn verprügeln (ähnlich wie ›Jacke‹ und ›Wams‹).
   Etwas ist wie in einer Waschküche: verschwommen, nebulös, undurchsichtig.

• I. BARLEBEN: Kleine Kulturgeschichte der Wäschepflege (Düsseldorf 1951); F. BERTRICH: Kulturgeschichte des Waschens (Düsseldorf – Wien 1966); H. GRÜNN: Wäsche waschen (Wien 1978).}

Seine Hände in Unschuld waschen. Karikatur von Haitzinger, vom 8.VII.86. Aus: DER SPIEGEL, Nr. 29, 1986.
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