Redensarten Lexikon
Spröde
Eine schöne Spröde sein: eine zurückhaltende, kühle und unzugängliche Frau sein. Das Wort ›spröde‹ erscheint am Ende des 15. Jahrhunderts in einem Fastnachtsspiel (Ausgabe v. Keller 47, 14) und bei Hans Sachs in der Bedeutung dürftig und schwächlich und löst das mittelhochdeutsche ›broede‹ ab. Die frühneuhochdeutsche Hauptbedeutung ist: ungeschmeidig. Von den Erzen, auf die das Wort meistens bezogen wurde, erfolgte eine Übertragung, so daß heute von einem ›Spröden Verhalten‹, ›Spröden Mienen‹ und ›Spröden Mädchen‹ gesprochen wird, im Sinne von hart und abweisend. Göhring (Nr. 334) denkt an eine mißverstandene Eindeutschung des französischen Wortes ›prude‹.    Er ist so spröde wie eine Jungfer: er ist unzugänglich, aber auch leicht zu verletzen.
   Etwas ist spröde wie Glas: es ist leicht zerbrechlich, sehr gefährdet und muß mit Vorsicht behandelt werden.
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