Redensarten Lexikon
Anno
Die Wendungen von Anno eins her, von Anno dazumal umschreiben längst Vergangenes und Vergessenes, wie die Redensart Anno Leipzig-einundleipzig, die 1913 aufkam, als der Jahrhunderttag der Völkerschlacht gefeiert wurde. Die Endsilbe -zig verknüpft die Dekadenzahl mit der Stadt Leipzig, so daß sich der Ausdruck auf den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 bezieht.    Anno Tobak: vor langer Zeit, zu der Zeit, in der das Tabakrauchen aufkam. Tobak könnte auch eine Entstellung aus domini (anno domini: im Jahr des Herrn) sein oder ein Hüllwort, weil der Name Gottes nicht vergeblich geführt werden soll ( Tabak). Die in Ostpreußen bekannte Redensart Anno Wind ist eine Verkürzung aus ›Anno ent (eins) als de grote Wind wär‹ und leitet sich von dem Orkan her, der 1801 in Königsberg wütete. Im Sudetengebiet war auch gebräuchlich: ›anno elbe, anno neuni, wie der große Schnee gfalln is‹. Eine ähnliche Wendung ist Anno Schnee.
   In Frankreich vergleicht man das Vergangene mit den Veränderungen der Mode ›Cela est du temps des collets montés‹ = es ist noch aus der Zeit der stehenden Halskragen; heute ungebräuchlich.
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