Redensarten Lexikon
ablaufen
Einen ablaufen lassen: ihn zu nichts kommen lassen, ihm kein Gehör schenken. Ursprünglich ein Ausdruck aus der Fechtersprache. Für den Fechter kommt es darauf an, den gegnerischen Hieb an der eigenen Klinge ablaufen, d.h. abgleiten zu lassen.    Aus demselben Bildbereich kommt auch die Redensart Etwas läuft gut (oder schlecht) ab. Ursprünglich wurde sie nur negativ gebraucht. Vielleicht gehört in denselben Zusammenhang die Redensart An dem läuft alles ab: bei ihm sind alle Ermahnungen fruchtlos, wenn man auch heute dabei meist an einen Regenguß denkt; vgl. Pudel. ›Dastehen wie ein begossener Pudel‹, was ja ebenfalls von einem Ausgescholtenen gesagt wird. In diesem Sinne wird die Redensart nämlich schon 1649 bei Gerlingius (Nr. 46) gedeutet: »Asinus compluitur. Ein Esel lasset sich alles beregnen, und achtet es nicht, das ist, Er gibt auff keine schelt- oder dräu-wort. Er ist so naß, als er werden mag. Wann ich den Rock schüttle, so fället es alles ab«. Vgl. französisch ›C'est comme la pluie sur le dos d'un canard‹; wörtlich ›wie Regenwasser, das vom Rücken einer Ente heruntertrieft, ohne durch die Federn zu dringen‹.
   Sich die Schuhe ablaufen ist die einfachste Form aus einer ganzen Reihe von Redensarten, die alle bedeuten: keinen Weg, keine Mühe scheuen. In komischer Steigerung heißt es ferner: ›Sich die Füße (die Hacken, die Beine, den Arsch) ablaufen‹ – ›Sich den Herzbändel abrennen‹ oder ›Dem Teufel ein Ohr ablaufen‹.
   Sich die Hörner ablaufen Horn.
   Jemandem den Rang ablaufen Rang.
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