Deutsche Idiomatik
Glück
viel Glück (bei/mit/in/. . . etw.)!\
Leb’ wohl, und viel Glück im Examen! – Danke. Es wird schon klappen.
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zum Glück ...
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In einem zufällig entdeckten Antiquitätengeschäft fiel uns ein besonders schöner Petroleumleuchter auf. Zum Glück hatte ich einen Scheck dabei; sonst hätte das Geld nicht gereicht.
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das ist/war mein/dein/. . . Glück
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. . . Gott sei Dank hatte er ein Alibi! – Das war sein Glück. Sonst hätten sie ihn eingesperrt.
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j./etw. ist js. ganzes Glück path
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. . . Nein, gegen seine Tochter solltest du in seinem Beisein nichts sagen, Dietlinde! Seine Tochter ist sein ganzes Glück! – Aber sie kann wirklich unmöglich sein! – Ich weiß. Sag’ ihr das, wenn er nicht da ist. Nach dem Tod seiner Frau hat er doch sonst nichts mehr im Leben. . . .
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jm. lächelt das Glück (zu) form
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Schau, jetzt lächelt auch der Marlies mal das Glück! Einen sympathischeren Ehemann konnte sie doch gar nicht finden. – Nach so vielen schweren Jahren hat sie es mehr als verdient.
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jm. lacht das Glück path
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Diesem Mann lacht das Glück! Zuerst wählen sie ihn zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und jetzt bieten sie ihm sogar einen Ministerposten an.
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es ist ein (wahres) Glück, daß ... path
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Es ist ein wahres Glück, daß er in den vergangenen Jahren Rücklagen gebildet hat. Sonst könnte er seine Firma jetzt schließen.
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auf gut Glück (etw. tun) – aufs Geratewohl etw. tun
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(kein) Glück haben (bei jm.) (mit etw.)
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Wir hatten Glück: die Sonne kam heraus, eine Brise kam auf . . . – ein ideales Wetter für eine Regatta.
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Mit seinen neuen Thesen hatte er bei den Zuhörern kein Glück. Niemand ließ sich überzeugen.
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Er gibt sich eine unendliche Mühe um Elisabeth. Aber er hat kein Glück bei ihr. – Nein, sie hat nicht allzu viel für ihn übrig.
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Glück muß man/(der Mensch) haben! ugs
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Guck’, da kommt gerade ein Taxi. Glück muß man haben! – Das kann man wohl sagen! Normalerweise wartet man hier zu dieser Zeit wenigstens eine Stunde auf ein Taxi.
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Glück ab! Fliegergruß
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Ob der Gruß ’Glück ab!’ daher kommt, daß sich die Flieger ’eigentlich’ ein glückliches – sicheres – Landen wünschen? – Wahrscheinlich.
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noch nichts von seinem Glück ahnen/ahnt j. schon von . . .?
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mst iron
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. . . Woher weißt du denn jetzt schon, daß der Klaus im Examen durchgefallen ist? – Von Prof. Seifert; der ist Mitglied des Prüfungsausschusses. – Ahnt der Klaus schon was von seinem Glück? – Das glaub’ ich kaum. Der meint doch immer, er weiß alles.
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Glück auf! Bergmannsgruß
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Begrüßen sich die Bergleute heute immer noch mit ’Glück auf!’? – Natürlich.
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auf sein Glück bauen path selten
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Der Karl-Heinz ist nicht nur engagiert, er ist auch risikofreudig. – Er baut auf sein Glück. Er ist fest davon überzeugt, in fünf bis zehn Jahren ein bekannter Maler zu sein.
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jm./einem Unternehmen/. . . ist viel/wenig/kein/. . . Glück beschieden path
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. . . Nein, seiner Mission war leider kein Glück beschieden. Die ganze Reise war ein einziger Fehlschlag.
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(kein) Glück bei (den) Frauen haben ugs
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(Beim Skatspiel:) (A:) Ich hab’ doch heute noch kein Spiel gewonnen! – (B:) Pech im Spiel – Glück in der Liebe, heißt es. – (C zu A:) Stimmt das, Erich: hab’ ich Glück bei den Frauen? – (B:) In der Liebe, hab’ ich gesagt, nicht bei den Frauen! – (C:) Wo ist/liegt denn da der Unterschied?
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alles/etw. ist eitel Glück und Freude/(Seligkeit) form – path Die Betti scheint zu glauben, so eine Ehe wäre nur eitel Glück und Freude. Wenn die wüßte, wieviele Schwierigkeiten einen da erwarten.
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– Laß sie! Die Ernüchterung kommt noch früh genug!
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sein Glück mit Füßen treten path
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Niemand hatte so große Chancen wie der Paul, um seine Lebenssituation zu verbessern. Aber er hat sein Glück immer mit Füßen getreten, und darum geht es ihm heute schlechter als uns allen.
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du/der Wolters/. . . hast/hat/. . . mir/(ihm/. . .) gerade noch zu meinem/(deinem/. . .) Glück gefehlt! sal
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. . . Wer ist da? Der Kräher? Der hat mir gerade noch zu meinem Glück gefehlt! Heute läuft aber auch alles schief!
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das/diese Krankheit/. . . hat mir/(ihm/. . .) gerade noch zu meinem/(seinem/. . .) Glück gefehlt! ugs
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Diese verflixte Heiserkeit hat mir gerade noch zu meinem Glück gefehlt! Es genügte doch wahrhaftig schon, daß man mir die Redezeit eingeschränkt hatte. Mit dieser Stimme werde ich überhaupt kein Echo mehr haben.
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Glück gehabt! ugs
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. . . Ein Punkt weniger, und ich wäre durchgefallen! – Glück gehabt! – Das kann man wohl sagen – mehr Glück als Verstand!
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(es scheint/. . .) j. hat das Glück gepachtet ugs
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Mein Gott, dem gelingt aber auch alles! Es scheint, er hat das Glück gepachtet!
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auf gut Glück geraten form selten
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Wie ist die Rede geworden, die der Raymund für morgen aufgesetzt hat? – Du kennst doch sein Temperament: sie ist auf gut Glück geraten. Er schrieb alles so, wie es ihm in den Kopf kam. Trotzdem: sie ist nicht schlecht; nur halt so hingeworfen.
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(so) in sein Glück hineinstolpern ugs
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Was hat er dafür getan, um eine so wunderbare Frau zu finden? Nichts! Er ist in sein Glück hineingestolpert.
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das Glück ist jm. (nicht) hold form od. iron
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. . . Das Glück kann dir nicht immer hold sein, Junge! Man muß im Leben auch Fehlschläge ertragen können.
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(kein) Glück in der Liebe haben ugs
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(Beim Skatspiel:) Mensch, wenn ich in Zukunft kein Glück in der Liebe habe, dann weiß ich es nicht! – Wie kommst du denn dadrauf, jetzt? – Ich hab’ schon wieder so ein miserables Blatt. Du kennst doch den Spruch: ’Glück im Spiel, Pech in der Liebe’ – oder umgekehrt.
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wird sein Glück (schon/. . .) machen
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Der Junge wird sein Glück schon machen, da mach’ dir mal keine Sorge. Er kann etwas, weiß das Leben zu nehmen, ist kräftig . . .; der kommt immer durch.
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dem Glück ein bißchen nachhelfen
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(Beim Würfeln:) Wenn jetzt wieder nicht die richtige Zahl kommt, muß ich dem Glück ein bißchen nachhelfen! – Aber Bertold! Du wirst doch jetzt nicht anfangen zu mogeln! – Ihr versteht aber auch gar keinen Spaß!
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sein Glück probieren (wollen) – sein Glück versuchen (wollen)
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(noch) von Glück reden/(sagen) können, daß ...
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Der Wagen ist völlig kaputt! So ein Elend! – Du kannst noch von Glück reden, daß bei dem Zusammenstoß kein Personenschaden entstanden ist.
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das Glück beim Schopfe fassen/(packen) form selten – die
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Gelegenheit beim Schopfe fassen/(packen)
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jm. Glück und Segen wünschen form – path
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»Zu Ihrer Vermählung wünsche ich Ihnen, sehr verehrte gnädige Frau, Glück und Segen. Möge Sie wie Ihren Herrn Gemahl immer ein gütiges Schicksal begleiten!«
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(das ist) das Glück des Tüchtigen
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(Über einen Vertreter:) Wenn der Bergmann nach Brasilien gefahren ist, hat er noch immer einen dicken Auftrag mitgebracht. – Er hat halt Glück! – (Das ist) das Glück des Tüchtigen, Werner! Der Mann kann arbeiten; er setzt sich ein . . .
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(noch) Glück im Unglück haben
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Er hat einen Unfall gehabt? – Ja. – Schlimm? Ist der Wagen kaputt? – Völlig. Aber trotzdem: er hat Glück im Unglück gehabt. Es hätte Tote geben können.
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in Glück und Unglück zusammenstehen/zusammenhalten path – in Freud’ und Leid zusammenstehen/zusammenhalten
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sein Glück verscherzen
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. . . Als ihr der Posten angeboten wurde, zögerte sie – und damit hat sie ihr Glück verscherzt: inzwischen haben sie eine andere Bewerberin eingestellt. So eine Chance wird sich so schnell nicht wieder bieten.
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mehr Glück als Verstand haben sal
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Das Examen ist herrlich gelaufen! – Was?! Du warst doch gar nicht vorbereitet! – Es kamen genau die zwei Kapitel dran, die ich konnte.
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Du hast aber auch mehr Glück als Verstand.
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sein Glück versuchen (wollen)
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Du machst auch bei der Lotterie mit? – Ja, ich will auch mal mein Glück versuchen. Aber da kommt bestimmt nicht viel bei heraus; ich habe in solchen Sachen immer Pech.
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woanders/bei . . ./in . . ./. . . sein Glück versuchen (wollen) ugs (Frau Nöbel zu einem Zeitschriftenvertreter:) Nein, wir können nicht noch eine weitere Zeitschrift abonnieren, wir beziehen schon drei. Vielleicht versuchen Sie Ihr Glück mal bei den Nachbarn.
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mehr Glück als sonst was haben ugs – mehr Glück als Verstand haben
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noch nichts von seinem Glück wissen/weiß j. schon von . . .?
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mst iron
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Wann haben sie den Rudi zum stellvertretenden Direktor ernannt? – Vorgestern. – Da weiß der womöglich noch gar nichts von seinem Glück? – Ah, da wird schon einer angerufen und ihn informiert haben.
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jm. Glück wünschen(zu/bei etw.)
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Ich wünsche dir viel Glück zu deinem Examen. – Danke! Das wird schon (nicht) schiefgehen.
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niemanden/(keinen) zu seinem Glück zwingen können oft: man kann . . .
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(Der Vater zu seinem Sohn:) Die wollen dich da bei Schuckert zum Zweigstellenleiter in Ulm machen? So ein Angebot wirst du doch wohl nicht fahren lassen?! – In Ulm möchte ich ja eigentlich nicht leben . . . – Man kann bekanntlich niemanden zu seinem Glück zwingen. Aber wenn mir einer mit 28 Jahren so ein Angebot gemacht hätte, hätte ich mit Kußhand angenommen. Im übrigen: so eine Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder.
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herzliche Glückund Segenswünsche (zu . . .)! path
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Herzliche Glückund Segenswünsche zur Geburt eures ersten Sohnes! Möge der Junge in seinem Leben nur Gutes erfahren . . .!
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