Deutsche Idiomatik
Fell
dir/euch/(ihm/. . .) juckt wohl das Fell?! ugs\
Dir juckt wohl das Fell, was?! Wenn du mich auch nur noch ein bißchen herausforderst, bekommst du deine Tracht Prügel, die du offenbar unbedingt haben willst.
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ein dickes Fell haben ugs
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Was die dem alten Hutzel alles gesagt haben! Da wäre jeder andere beleidigt gewesen. Aber er hörte sich das alles ganz ungerührt an. – Ja, der alte Hutzel hat ein dickes Fell. Den bringt man so leicht nicht aus der Fassung.
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nur sein eigenes Fell anhaben ugs selten – im Adamskostüm/ Evaskostüm
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sich ein dickes Fell anschaffen/zulegen ugs
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Wenn du diesen Job lange durchhalten willst, mußt du dir ein dickes Fell zulegen. Wer ein schwaches Nervenkostüm hat und sich schnell aufregt, geht da sehr bald vor die Hunde.
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das Fell des Bären verkaufen/(vertreiben), ehe man ihn erlegt hat/(ehe/bevor man den Bären hat/ehe/bevor man ihn gefangen hat)
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. . . Von dem Honorar kaufen wir uns dann einen neuen Wagen, machen eine Griechenlandreise . . . – Erst mußt du das Buch mal fertigstellen und das Geld bekommen. Man soll das Fell des Bären nicht verkaufen, ehe man ihn erlegt hat.
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jm. das Fell gerben ugs – jm. das Fell vollhauen
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nur (noch)/nichts als/. . . Fell und Knochen sein ugs selten – nur (noch)/nichts als/. . . Haut und Knochen sein/nur noch aus . . . bestehen
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ein dickes Fell kriegen/(bekommen) ugs
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. . . Wenn du jeden dritten Tag einen Anschnauzer oder einen Rüffel bekommst, dann kriegst du ganz von selbst ein dickes Fell! Ein empfindlicher Mensch würde es in diesem Laden keine drei Wochen aushalten.
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sein Fell für jn./(etw.) zu Markte tragen ugs selten – seine
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Haut für jn./(etw.) zu Markte tragen
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jm. das Fell über die Ohren ziehen ugs
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Wieviel hast du für diesen »Perserteppich« gezahlt? – 7.800,– Euro. – Da haben sie dir ja fein das Fell über die Ohren gezogen. – Wieso? – Das ist ein »Perserteppich« hier aus Offenbach; bei Holtkamps bekommst du genau denselben – als echten deutschen Markenteppich – für knapp die Hälfte.
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das Fell versaufen sal selten
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Also, seine Beerdigung war um 10 – und anschließend habt ihr das Fell versoffen, vermute ich. – Klar, das kannst du dir ja denken. Im Sinne des Verstorbenen haben wir uns anständig vollaufen lassen. Übrigens war das Essen auch nicht zu verachten. Seine Alte war da nicht knauserig.
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jm das Fell versohlen ugs
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Wenn ihr euch weiterhin solche Frechheiten erlaubt, muß ich euch einmal das Fell versohlen. Wenn ihr euch jetzt nicht anständig benehmt, spanne ich euch übers Knie, da könnt ihr Gift drauf nehmen.
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jm. das Fell vollhauen ugs
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Er ist furchtbar eifersüchtig auf jeden Verehrer seiner Schwester. Jedem droht er an, daß er ihm das Fell vollhaut, wenn er sie nicht in Ruhe lasse.
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jm. schwimmen die/alle Felle davon/weg ugs
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. . . Er hatte eine ganze Reihe glänzender beruflicher Chancen. Aber ihm sind alle Felle davongeschwommen – eine Sache nach der anderen zerschlug sich. Er war geradezu vom Pech verfolgt.
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aussehen/. . ., als wären einem alle Felle weggeschwommen/ davongeschwommen ugs selten – aussehen/. . ., als wäre einem die Butter vom Brot gefallen
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seine Felle davonschwimmen/wegschwimmen sehen ugs
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. . . Er hatte sich Hoffnungen gemacht, als Nachfolger von dem Hübner Abteilungsleiter zu werden. Aber jetzt stellt er fest, daß die Firmenleitung die Stelle ausgeschrieben hat, und er sieht seine Felle davonschwimmen. Er hat schließlich kein Universitätsexamen, und bei einer Ausschreibung hat er nur geringe Aussichten.
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