Deutsche Idiomatik
Feld
ein geschlossenes Feld/das Feld ist geschlossen Sport:\
Rennen
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(Aus einer Reportage über einen 10.000-Meter-Lauf:) Dritte Runde. Das Feld ist immer noch geschlossen. Vorne Pavlok, Nanni und Breitner; direkt dahinter eine Gruppe von neun Läufern . . . Bisher hat es noch keinen Ausreißversuch gegeben. Das Rennen ist also noch völlig offen . . .)
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(. . ., aber/. . .) das/etw. ist ein weites Feld
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. . . Wenn man ausführlicher über die Beziehungen Frankreichs zu den afrikanischen Ländern spricht, müßte man natürlich das Problem des Kolonialismus mit einbeziehen. Aber das ist ein weites Feld. Dazu wäre manches zu sagen. Heute abend will und kann ich darauf nicht eingehen . . .
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noch ein weites Feld für Entdeckungen/Vermutungen/. . .
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sein
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Man sagt, die Dermatologie sei noch ein weites Feld für Entdeckungen. – Also, dann mal ran! Wenn auf dem Gebiet noch so viel zu machen ist, muß es bei den glänzenden Arbeitsbedingungen in eurem Institut doch ein leichtes sein, etwas Schlüssiges herauszubringen.
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übers freie Feld gehen/laufen/. . .
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Ist es erlaubt, einfach so übers freie Feld zu laufen? – Wenn wir nichts kaputtmachen . . .
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auf freiem Feld übernachten/campieren/. . .
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Wo habt ihr denn übernachtet? – Wir hatten nichts vorbestellt und haben dann in der Tat kein Hotelzimmer mehr gefunden. So mußten wir auf freiem Feld schlafen. – Gab’s denn keinen Wald in der Nähe?
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das Feld behaupten/(behalten)
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Habt ihr gestern noch lange weiterdiskutiert? – Bis zwei Uhr nachts.
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Und wessen Meinung hat sich durchgesetzt? – Der Thorsten hat einmal wieder das Feld behauptet. Nach langem und erregtem Hin und Her haben sich endlich alle seiner Meinung angeschlossen; einer nach dem andern gab seinen Widerstand nach und nach auf.
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das Feld beherrschen
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. . . Da wird ja heftig diskutiert, und wie es scheint, stehen sich fähige Opponenten gegenüber. – Das sieht aber nur so aus. Wenn du näher hinsiehst, merkst du, daß der Kanzler das Feld souverän beherrscht. Er ist die dominierende Figur, das merkt man bei jeder Kleinigkeit. Und er weiß die Diskussion in jedem Augenblick in seinem Sinn zu steuern.
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auf dem Feld(e) der Ehre fallen path veraltend selten
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Die Zahl der Todesopfer im Zweiten Weltkrieg war horrend. Millionen und Millionen sind allein auf dem Felde der Ehre gefallen; Millionen und Millionen starben als Zivilisten.
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durch Feld und Flur streifen/(. . .) form veraltend selten
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. . . Wodurch seid ihr gestreift? Durch Feld und Flur? Das ist aber schön! Du liest wohl zurzeit viele Bücher aus der Zeit der Romantik, was? – Wieso? – Na, ich streif’ höchstens durch Wiesen und Felder
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Argumente/Gründe/. . . ins Feld führen
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Bei der Diskussion um das neue Schwangerschaftsgesetz wurden alle möglichen Argumente für oder gegen die sogenannte ’soziale Indikation’ ins Feld geführt. Die einen gaben an . . .
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ins Feld gehen path veraltend selten – an die Front gehen/ müssen/wollen
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ins Feld hinausziehen path veraltend selten – an die Front
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gehen/müssen/wollen
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das Feld hinter sich lassen Rennen o. ä.
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(Aus einer Reportage über einen 10.000-Meter-Lauf:) Zwei Mal schon hat Nanni einen Ausreißversuch gestartet, und ein Mal sah es so aus, als würde er das (übrige) Feld hinter sich lassen. Aber schon nach 100 Metern hatten die anderen aufgeschlossen. Es ist also noch alles offen . . .
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ein weites Feld liegt (noch) vor jm. form
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Sind deine Untersuchungen schon ziemlich weit fortgeschritten, siehst du schon ab, worauf sie hinauslaufen? – Nein, ich stehe noch im Anfangsstadium. Es liegt noch ein weites Feld vor mir. Die weiteren Forschungen können noch in die verschiedensten Richtungen gehen.
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jm. das Feld streitig machen (wollen/. . .) form
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Seit 20 Jahren arbeitet er über die sprachlichen Beziehungen zwischen Portugal und Brasilien, und seit langem gilt er als ’die’ Autorität auf diesem Gebiet. Aber neuerdings suchen ihm zwei Nordamerikaner das Feld streitig zu machen: sie publizieren eine ganze Reihe guter Arbeiten zu dem Thema, und nicht nur das: sie attackieren seine Position mit gut dokumentierten Argumenten.
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das Feld räumen (müssen)
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Ach, ihr habt das Heim ab 8 Uhr gemietet? – Ja. – Hm, dann müssen wir wohl oder übel das Feld räumen. Kommt, Peter, Monika, Gerda, . . . wir müssen uns einen anderen Ort für unseren Diskussionsabend suchen.
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Jetzt diskutiert ihr doch schon seit Wochen hin und her, und plötzlich sagst du: »meinetwegen können sie entscheiden, was sie wollen«? Nachdem du einmal so lange eine bestimmte Meinung verfochten hast, solltest du das Feld nicht so ohne weiteres räumen. Sonst meinen die, sie brauchten bloß lange genug zu diskutieren, um machen zu können, was sie wollen.
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ins Feld rücken path veraltend selten – an die Front gehen/ müssen/wollen
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jn. aus dem Feld(e) schlagen ugs
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Über 15 Leute haben sich um die Stelle beworben, aber der Moritz hat alle Konkurrenten aus dem Felde geschlagen. – Er hat sehr gute Zeugnisse, macht persönlich einen blendenden Eindruck, versteht es, seine Ansichten glänzend zu formulieren – kein Wunder, daß er sich gegen die anderen durchsetzt.
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im Feld stehen path veraltend selten – an der Front (sein) (1)
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jm. das Feld überlassen (müssen)
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Jetzt weiß ich, warum er seinem Rivalen das Feld überlassen hat: er wendet seine Aufmerksamkeit neuerdings einer anderen Schönheit zu.
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Nachdem du so lange deine Meinung mit allen möglichen Argumenten verfochten und alle Aussichten hast, die Auseinandersetzung zu deinen Gunsten zu entscheiden, solltest du deinen Opponenten jetzt nicht das Feld nur deshalb überlassen, weil du keine Lust mehr hast weiterzukämpfen.
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vgl. – (eher:) das Feld räumen (müssen) (1)
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jn. vom Feld weisen/stellen form selten – jn. vom Platz
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stellen/(verweisen/weisen)
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ins Feld ziehen path veraltend selten – an die Front gehen/ müssen/wollen
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ein Feld-Waldund Wiesenarzt/-anwalt ugs
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Mit diesem Problem solltest du nicht einen Feld-, Waldund Wiesenarzt aufsuchen; damit solltest du zu einem kompetenten Mann gehen, zu einem Arzt, der sich auf diesem Gebiet spezialisiert hat.
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zu Felde ziehen für/gegen etw. path
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Nein, er hat partout keine Lust, für oder gegen den Umweltschutz zu Felde zu ziehen. Er meint, bei der kommodistischen Verbrauchermentalität, die nun einmal herrsche, sei das sowieso aussichtslos. Aber wenn wir wollten, könnten wir ja für unseren Standpunkt kämpfen, Anhänger dafür zu gewinnen suchen . . .
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