Deutsche Idiomatik
bleiben
außen vor bleiben ugs Neol\
. . . Ich versteh’ nicht, Albert, warum du dich da überhaupt noch bewirbst?! Du weißt doch ganz genau, daß da nur Freunde der Kommissionsmitglieder eine Chance haben und alle anderen Kandidaten von vornherein außen vor bleiben.
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. . . »Ob die Interessen der sog. breiten Masse außen vor bleiben oder nicht«, donnerte er plötzlich los, »ist mir schnurzegal. Mir geht es nur um meine eigenen Interessen; die muß die Regierung, die ich wähle, berücksichtigen«.
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dabei bleiben (daß . . .)
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Trotz der anderslautenden Aussagen der Polizei bleiben Sie dabei, daß Sie nicht bei rot, sondern bei gelb über die Ampel gefahren sind?
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– Ich halte meine Aussagen in vollem Umfang aufrecht.
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Ich bleibe dabei, daß er ein Lügner ist, ganz egal, welche Meinung ihr über ihn habt. Für mich war und ist er ein Lügner.
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dahingestellt bleiben (müssen), ob/wie/wann/. . . form Solange keine Beweise vorliegen, muß dahingestellt bleiben, ob sie schuldig ist oder nicht. Das müssen wir einstweilen völlig offen lassen.
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eisern (bei etw.) bleiben ugs
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So sehr der Sohn auch bat, der alte Herr blieb eisern: er bestand darauf, daß erst das Schlußexamen gemacht würde und dann eine Griechenlandreise – und nicht umgekehrt.
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sich gleich bleiben
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Was ich an ihm schätze: er ist sich immer gleich geblieben. Als junger Assistent, als angesehener Professor, als einflußreicher Politiker – er war immer derselbe. Nie hat er sich von der Stellung oder von den Umständen in seinem Verhalten bestimmen lassen.
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hart bleiben ugs
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Der Chef hat dem Holtkamp 20.000,– Euro angeboten, wenn er von seiner Forderung, die Firma Schuckert u. Co. an dem Auftrag zu beteiligen, Abstand näme. – Und? Ist der Holtkamp darauf eingegangen? – Nein. Er blieb hart. Seine Antwort: entweder wird die Firma Schuckert beteiligt oder aus dem Geschäft wird nichts.
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kalt bleiben (bei einer Bitte/. . .)
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Und? Ist er auf deine Bitte eingegangen? – Mitnichten. Er blieb völlig kalt. Genau so ungerührt wie mein Spazierstock, wenn ich den um etwas bitten würde.
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offen bleiben (müssen), ob/wie/wann/. . .
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Heute wurden die neuen Richtlinien zur reformierten Oberstufe in der endgültigen Fassung vorgelegt. Offen geblieben ist allerdings, wann sie in Kraft treten sollen.
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ruhig bleiben
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Bleiben Sie ruhig, meine Damen und Herren! Es hat jetzt keinen Sinn, die Situation weiter zu verschärfen, indem sie sich aufregen . . .
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jm. nichts/keine Antwort/(. . .)/die Antwort nicht schuldig bleiben
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War das ein fesselnder Kampf! Immer wieder kam der Boller mit seiner gefürchteten linken Geraden! Aber der Raupner ist ihm nichts schuldig geblieben.
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Bei der kannst du sagen, was du willst, die bleibt dir keine Antwort schuldig. – Ja, ja, die hat immer eine Widerrede. – Hm, Widerrede . . . Sie weiß sich zu verteidigen.
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immer schön senkrecht bleiben! ugs selten – immer schön
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senkrecht (bleiben)! (1,2)
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unter sich bleiben
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Willst du Herrn Alberts auch zur Geburtstagsfeier übermorgen einladen? – Nein, ich ziehe es vor, wir bleiben unter uns. Deshalb habe ich nur die Familie und die engsten Freunde eingeladen.
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auf alle Fragen/alles Nachbohren/. . . stumm bleiben path
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. . . Soviel sie auch in das Mädchen drangen, ihnen zu sagen, wer die Jungen waren, die sie in den Wald geschleppt hatten: sie blieb stumm.
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jm./seinen Vorsätzen/seinen Versprechen/Prinzipien/. . . treu bleiben
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Unser Kurt ist auch in den schwersten Situationen seinen Prinzipien immer treu geblieben. Keinen Millimeter ist er von seinen Grundsätzen abgewichen.
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sich (selber) treu bleiben
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Bei allem Einfluß, allen Ehren, allen Vorteilen, die ihm seine Bestseller eingebracht haben: er ist sich treu geblieben. Er schreibt heute im Grunde denselben Stil wie zu Beginn, hat dasselbe Engagement, dieselbe moralische Überzeugungskraft. Nur ist alles reifer, durchdachter, abgeklärter.
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über bleiben
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Da sitzen ja immer noch so ein paar Figuren im Festzelt. – Ja, die sind von der Feierei von gestern über geblieben. Laß sie, irgendwann ziehen die auch ab.
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vgl. – (eher:) übrig bleiben (1, 2)
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übrig bleiben
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Heute brauchst du nicht zu kochen, Rosa. Von der Feier gestern ist noch so viel übrig geblieben. Das reicht noch für heute und für morgen mittag.
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Wir sind zu sieben Personen, das Spiel können aber höchstens sechs spielen. Da bleibt einer übrig.
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vgl. – (eher:) über bleiben
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ungerührt bleiben (bei einer Bitte/. . .) – kalt bleiben
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etw. darf nicht unwidersprochen bleiben form
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Die Behauptungen des Ministers, die Demonstanten spielten das Spiel Moskaus, dürfen nicht unwidersprochen bleiben. Es wäre dasselbe zu behaupten: wer gegen Moskau ist, ist für die Regierung.
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Solch eine verfälschende Schwarz-Weiß-Malerei muß auf das schärf-
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ste zurückgewiesen werden.
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un-angetastet/un-beachtet/-beantwortet/-behelligt/-berücksichtigt/-beschädigt/-erwidert/. . . bleiben form
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Ich weiß nicht, wie oft ich dem Rolf Färber schon Grüße habe ausrichten lassen. Sie sind immer unerwidert geblieben. Und jetzt beschwert sich dieser Mann, ich würde nichts von mir hören lassen! . . .
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ungenannt bleiben wollen/. . .
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. . . Der edle Spender möchte ungenannt bleiben.
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(nicht) ungerächt/ungesühnt/(. . .) bleiben (dürfen) form
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. . . Nein, eine solche Gemeinheit darf nicht ungerächt bleiben, da hast du Recht, Klaus. In einem solchen Fall würde ich auch mit allen mir zu Gebote stehenden Waffen zurückschlagen.
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ungeschoren bleiben – (eher:) (nicht/nicht ganz/nicht völlig/ völlig/. . .) ungeschoren davonkommen
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will ungestört bleiben
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(Die Mutter:) Kinder, wenn Vater heute Nachmittag ungestört bleiben will, dann hat er seine Gründe, dann müßt ihr ihn auch in Ruhe lassen.
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jm./(allen/. . .) unvergessen bleiben form – path
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Erinnerst du dich noch an den kleinen Franzosen aus Marseille, der vor drei oder vier Jahren für ein paar Monate hier an der Schule war? – Klar! Dieser quicklebendige, schelmische Kerl ist doch allen hier unvergessen geblieben. Wie kommst du jetzt auf den Jungen? . . .
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von keinem Schicksalsschlag/. . . unverschont bleiben form – path
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. . . Diese Frau hat zwei ihrer drei Söhne im Krieg verloren, ist mit 43 Jahren Witwe geworden, hat die unangenehmsten finanziellen Situationen allein durchstehen müssen . . . – kurz, sie ist von keinem Schicksalsschlag unverschont geblieben.
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unverwundet bleiben form
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. . . Wer den ganzen Krieg im Osten mitgemacht hat und dabei gesund und unverwundet geblieben ist, kann dem lieben Gott nur Dank sagen.
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von etw./jm. verschont bleiben form
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(Aus einer historischen Darstellung:) Eine Pest, wie sie das Königreich noch nicht erlebt hatte! Kaum ein Landstrich, der von ihr verschont blieb. Insgesamt wurde mehr als ein Drittel der Bevölkerung dahingerafft.
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jm. vorbehalten bleiben form od. iron – jm. vorbehalten sein
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es bleiben lassen ugs oft dir. R
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Nein, ich mache diese Übungen heute nicht, Mutti! – Dann laß es bleiben, meinetwegen! Aber wenn du den Arm nachher nicht wieder ganz normal bewegen kannst, dann komm mir nicht und sage, du hättest nicht gewußt, wie wichtig diese Übungen sind!
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das/. . . (ganz) schön bleiben lassen ugs oft dir. R
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Du willst den Leuten ironisch antworten? Das laß mal/man ganz schön bleiben! – Warum soll ich nicht ironisch sein? – Die werden dir zeigen, wer die Macht hat, du oder sie.
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namenlos bleiben wollen form
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(Aus einem Dankschreiben für Spenden:) Und dann gilt mein Dank den vielen Spendern, die namenlos bleiben wollen – getreu dem Bibelwort: ’was ihr mit der Rechten gebt, soll die Linke nicht wissen’
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...
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hier/da/. . . ist meines (deines/seines/. . .) Bleibens nicht länger
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form od. iron
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Nein, hier ist meines Bleibens nicht länger! Wie kann ich länger bei Leuten wohnen, die sich hintenherum über die Arbeit, die ihnen ihr Gast verursacht, beschweren?
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es bleibt dabei (daß . . .)
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Also, es bleibt dabei: wir treffen uns heute abend um neun Uhr, nicht? – Ja, wie gestern ausgemacht.
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Ihr macht die Aufgaben, bevor ihr nach draußen spielen geht, und dabei bleibt’s! Jetzt wird kein Wort mehr darüber verloren!
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das bleibt sich (für jn.) gleich
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Sollen wir zuerst die Grammatik oder zuerst die Übersetzung machen? – Das bleibt sich gleich. Da beide Teile unabhängig voneinander sind, könnt ihr genauso gut mit dem einen wie mit dem anderen anfangen.
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es bleibt sich gleich (für jn.) (ob . . . oder ob . . ./. . .)
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Im Grunde bleibt es sich für ihn völlig gleich, ob er Humanmedizin oder Zahnmedizin studiert. Sein Vater hat eine Praxis als Arzt für innere Krankheiten, sein Onkel als Zahnarzt. Er kommt also in jedem Fall in ein gemachtes Bett.
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es bleibt jm. (nur) (noch) zu hoffen/wünschen/. . ., daß/. . ./abzuwarten, ob/. . . form
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(Der Chef:) Was, der Rottmann ist schon wieder krank?! Das ist jetzt das vierte Mal, daß der in diesem Jahr krankfeiert! Da bleibt nur zu hoffen, daß es diesmal nichts Ernstes ist und er nach ein paar Tagen wieder im Dienst erscheint.
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jm. bleibt nichts weiter zu tun, als etw. zu tun form
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Wenn Ihre Entscheidung, mich nicht weiter zu beschäftigen, endgültig ist, bleibt mir nichts weiter zu tun, als meine Sachen zusammenzupacken und zu gehen.
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jm. bleibt nichts (anderes) über (als etw. zu tun) – jm. bleibt
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nichts (anderes) übrig (als etw. zu tun)
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jm. bleibt nichts (anderes) übrig (als etw. zu tun)
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Für uns war die Rallye schnell zu Ende. Schon nach wenigen Kilometern hatten wir einen Platten, und es blieb uns nichts anderes übrig als aufzugeben.
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es bleibt unausgemacht (ob . . ./. . .) form
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Nach den bisherigen Spielen bleibt unausgemacht, ob die Hamburger oder die Münchner die besseren Chancen haben, diesjähriger Deutscher Meister zu werden. Das wird sich frühestens in einigen Wochen herausstellen.
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es bleibt jm. unbenommen, etw. zu tun form
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Aber wenn die Firma die Reisekosten nicht übernehmen kann . . . – Herr Rendler, es bleibt Ihnen unbenommen, die Fahrt wieder abzusagen. Wie Sie wissen, fahren Sie in erster Linie in Ihrem eigenen Interesse.
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das/das . . . was . . ./. . . bleibt unter uns
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Was ich dir jetzt erzähle, bleibt unter uns! Hörst du?! Das erzählst du niemandem, auch deinem besten Freund nicht!
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