Who's who in der antiken Mythologie
Phoinix
Phoinix1. Sohn des Agenor*, Bruder des Kadmos* und der Europa*, Stammvater der Phönizier.
2. Väterlicher Freund des Achilleus*, dessen Groll er dadurch zu dämpfen sucht, daß er ihm sein eigenes Schicksal erzählt: Weil sein Vater in eine Nebenfrau ganz vernarrt war, habe ihn, Phoinix, die Mutter bedrängt, jenem das Weib abspenstig zu machen. Der aber sei dahintergekommen und habe ihn verflucht: Nie solle er selbst einen Sohn bekommen. Vor dem Zorn des Vaters sei er zu Peleus* geflüchtet, der ihm die Erziehung des Achilleus* anvertraut habe (Ilias IX 432–622).
3. Der Vogel Phönix; wenn dieser ein Alter von 500 Jahren erreicht hat, baut er sich ein Nest aus Gewürzkräutern und endet sein Leben in Wohlgerüchen. Aus seinem Leib aber geht ein neuer Phönix hervor, der, sobald er kräftig genug ist, das Nest mit dem toten Vater zum Tempel des Sonnengottes in der ägyptischen Stadt Heliopolis trägt (Herodot, Historien II 73; Ovid, Metamorphosen XV 392–407). Daß der Phönix Feuer an sein Nest lege und aus den Flammen neu entstehe, ist eine späte Legende, die der im Mittelalter vielgelesene ›Physiologus‹ (Kapitel 7) auf Tod und Auferstehung Christi bezieht. »Wie Phönix aus der Asche« ist noch heute ein geflügeltes Wort, und
wenn ein Reparaturbetrieb sich z.B. »Schuh-Phönix« nennt, suggeriert er dem kundigen Besucher »Wieder wie neu«. Auch Shakespeares Gedicht ›Phönix und Taube‹ (1601) setzt die Kenntnis der Sage voraus, genau wie der Wahlspruch der Fürsten von Hohenlohe-Langenburg, ex flammis orior – aus Flammen werde ich (neu) geboren, oder Christopher Frys Komödientitel ›Ein Phönix zuviel‹ (1946/51).
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Ansicht: Phoinix