Duden - Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in 10 Bänden
lachen
1lạ|chen [mhd. lachen, ahd. (h)lahhan, urspr. lautm.]: 1. a) durch eine Mimik, bei der der Mund in die Breite gezogen wird, die Zähne sichtbar werden u. um die Augen Fältchen entstehen, [zugleich durch eine Abfolge stoßweise hervorgebrachter, unartikulierter Laute] Freude, Erheiterung, Belustigung o. Ä. erkennen lassen: er ist ein fröhlicher Mensch, der oft lacht; das Baby lacht den ganzen Tag; als sie die Geschichte hörten, mussten sie sehr l.; Das Publikum brüllte, auch das hohe Gericht lachte (Cziffra, Ungelogen 79); laut, schallend, wiehernd, leise, meckernd l.; er lacht aus vollem Halse (lacht sehr); Katharina lachte Tränen (lachte sehr), selbst Christine verzog den Mund (Bieler, Mädchenkrieg 53); sie lachte über das ganze Gesicht; er lachte vor Vergnügen; das hat mich lachen gemacht/(selten:) machen; du hast/kannst gut/leicht l. (du bist nicht in meiner unangenehmen Lage); David hat gut l. (kann sich freuen, sich glücklich schätzen): Los entschied für ihn (Mannheimer Wochenblatt, 30 .1. 75, 1); er wusste nicht, ob er l. oder weinen sollte (war von zwiespältigen Gefühlen erfüllt); es darf gelacht werden (scherzh. od. iron. Aufforderung bei einer mehr gut gemeinten als wirklich witzigen Darbietung); da/hier gibts [gar] nichts zu l. (da ist Unernst nicht am Platz); „Wie gefällt es Ihnen hier?“ - „Sie werden l. (auch wenn Sie es nicht für möglich halten), aber ich habe mich schon gut eingelebt!“; Sie werden l. (Sie werden überrascht sein, es nicht glauben wollen), ich habe noch nie einer Partei angehört (Spiegel 33, 1982, 163); über sein Verhalten kann man nur l. (man kann es nicht ernst nehmen); sie begrüßte uns lachend; Er hob die Schultern und lachte ein kurzes meckerndes Lachen (H. Gerlach, Demission 147); ein herzhaftes, lautes, heimliches, unterdrücktes Lachen; das Weinen war ihm näher als das Lachen; ihr Lachen wirkte ansteckend; ein Lachen überkam ihn, schüttelte ihn; sie hat das Lachen verlernt (ist immer sehr ernst, traurig); er musste ein Lachen unterdrücken, sich das Lachen verbeißen; sie kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus; sie brachen in heftiges Lachen aus; sich vor Lachen nicht mehr halten können (unbändig lachen); die Leute platzten vor Lachen (ugs.; mussten heftig lachen); jmdn. [mit etw.] zum Lachen bringen; etw. reizt [jmdn.] zum Lachen; in dieser Situation war ihnen nicht zum Lachen [zumute]; das ist auch einer, der zum Lachen in den Keller geht (scherzh.; man sieht ihn selten lachen; er lacht sehr selten, ist humorlos); Spr wer zuletzt lacht, lacht am besten (erst am Ende zeigt sich, wer wirklich den Vorteil hat; derjenige, der zunächst im Nachteil ist, kann am Ende durchaus der Überlegene sein); R Lachen ist gesund, die beste Medizin; Ü die Sonne, der Himmel lacht (dichter.; die Sonne scheint ); *[irgendwo, bei jmdn.] nichts zu l. haben (ugs.; [irgendwo, von jmdm.] streng, schlecht behandelt werden): bei diesem Lehrer haben sie nichts zu l.; Arme alte Schwule haben nichts zu l. (Praunheim, Sex 197); es, das wäre ja/doch gelacht, wenn ... [nicht] ... (ugs.; es gibt gar keinen Zweifel [darüber, dass jmd. etwas Bestimmtes ausführen, schaffen kann] ): Wäre doch gelacht, wenn die Männer zu guter Letzt nicht auch noch die Frauenemanzipation schaffen würden (Frings, Liebesdinge 127); jmdm. vergeht [noch] das Lachen (jmdm. ist [in einer bestimmten Lage] plötzlich nicht mehr zum Spotten, zu leichtfertigen Reden zumute): dir wird das Lachen noch vergehen; zum Lachen sein (ugs. abwertend; lächerlich, zu jmds. Ärger nicht ernst zu nehmen sein): es ist doch zum Lachen, wenn er jetzt behauptet, er hätte nichts davon gewusst; b) eine bestimmte andere Gefühlsregung lachend (1 a) ausdrücken: gehässig, schadenfroh l.; er lachte triumphierend; er hat nur dreckig gelacht, als er das hörte; darauf folgt ein Zitat im Originalton, auf das hin alle beifällig lachen (Frischmuth, Herrin 57); ein gezwungenes Lachen; ein Lachen zwischen einem heiteren, einem spöttischen oder einem drohenden Lachen (Stern, Mann 102). 2. sich über jmdn., etw. unverhohlen lustig machen: man lacht über ihn; sie musste innerlich darüber l.; Bei der Vorstellung, dass ich anlässlich irgendeines 100. Geburtstags etwas schreibe, muss ich l. (diese Vorstellung amüsiert mich; Reich-Ranicki, Th. Mann 268); über dieses Verhalten kann man doch nur l. (abwertend; es ist in ärgerlicher Weise unverständlich, kindisch o. ä.); Resozialisierung? ... da kann ich doch nur l. (das ist unmöglich, ausgeschlossen, absurd; Spiegel 16, 1985, 85); darüber kann ich gar nicht l.! (für jmds. Lachen hierüber habe ich gar kein Verständnis!); R dass ich nicht lache! (das ist doch etwas ganz Unsinniges, Unmögliches!); Scheidung? Dass ich nicht lache! (Kommt nicht infrage; Hörzu 32, 1976, 6); *sich eins l. (ugs.; sich amüsieren, lustig machen): stehen da wie die Tollpatsche und lachen sich eins (Heym, Schwarzenberg 263); Kunzelmann lachte sich eins über die Blödmänner (B. Vesper, Reise 266). 3. (dichter.) jmdm. günstig, gewogen sein: das Glück hatte ihnen gelacht; die Welt lachte uns, da wir ihr entgegenlachten (K. Mann, Wendepunkt 162). 4. (dichter.) eine Sache ignorieren: sie lachten der Gefahren.————————
2lạ|chen [mhd. lāchenen = mit einer 3"Lache" versehen] (Forstw.): 1. eine 3"Lache" herstellen. 2. einen zu fällenden Baum markieren.
Sie können einen Link zu dem Wort setzen

Ansicht: lachen