Duden - Redewendungen
Wesen
ein einnehmendes Wesen haben (ugs.; scherzh.): 1. geldgierig, habgierig sein: Hundertfünfzig Mark für eine zehnminütige Konsultation? Dein Arzt hat aber wirklich ein einnehmendes Wesen. 2. Geliehenes o. ä. nicht zurückgeben, sich Dinge aneignen: Vorsicht, der Bursche hat ein einnehmendes Wesen! Ich würde ihm das teure Buch nicht leihen, er soll ein ziemlich einnehmendes Wesen haben.————————
sein Wesen treiben: sich aufhalten, sich betätigen: Am Strand trieben die Badegäste ihr Wesen. Zwischen der ... Querstraße und dem Geländer ... stehen Zuschauer oder gehen umher. Die Possenreißer, die hier ihr Wesen treiben, machten dennoch schlechte Geschäfte (Schädlich, Nähe 173).
-Vgl. die Wendung »viel/kein Wesen[s] um jmdn. machen«.
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viel/kein Wesen[s] um jmdn. machen: jmdm. besonders viel/keine große Aufmerksamkeit widmen: Sie machten viel Wesen um ihren Gast, weil sie ihn für einen emigrierten russischen Großfürsten hielten. Die Ministerin wird ganz froh sein, wenn einmal kein Wesens um ihre Person gemacht wird.
-Diese und die beiden folgenden Wendungen gehen von »Wesen« in der heute veralteten Bedeutung »Tun, geschäftiges Treiben« aus.
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viel/kein Wesen[s] von etwas machen: einer Sache große/keine besondere Bedeutung beimessen: Er macht weiter kein Wesens von seinem Reichtum, er lebt ausschließlich für die Musik. Eine hohe Glastür gab den Blick auf Orangenkübel, Zwergpalmen ... frei, an denen Lustig eine besondere Freude hatte, ohne viel Wesens davon zu machen (Bieler, Mädchenkrieg 43).
-Vgl. die vorangehende Wendung.
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