Duden - Redewendungen
hundertste
vom Hundertsten ins Tausendste kommen (ugs.): mehr und mehr vom eigentlichen Thema abkommen: Das ist eine ganz fürchterliche Person, die kommt immer vom Hundertsten ins Tausendste. ... wir kamen vom Hundertsten ins Tausendste, und als wir uns nach zwei Stunden trennten, hatten wir den Anlaß unseres Gesprächs ... vergessen (Jens, Mann 83).-Die Wendung in ihrer heutigen Form ist an die Stelle von »das Hundertste ins Tausendste werfen« getreten. Ursprünglich lautete sie »das Hundert ins Tausend werfen« und bezog sich auf die bis ins 17. Jh. vielbenutzten Rechenbänke. Beim Rechnen auf diesen Rechenbänken konnte es beim Auflegen der Marken (Rechenpfennige) passieren, daß jemand auf 100 gleich 1000 folgen ließ, also 200, 300, 400 usw. übersprang. Die Wendung meinte also ursprünglich einen Fehler beim Rechnen und wurde dann im Sinne von »alles durcheinanderbringen, ohne Sinn und Verstand drauflosreden« gebraucht. Als die Rechenbänke außer Gebrauch kamen, verblaßte die Beziehung, und mit der Wendung verband sich die Vorstellung, daß es sich um hundert und tausend Dinge handele, auf die man im Gespräch zu sprechen kommt.
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