Meyers Großes Taschenlexikon in 25 Bänden
Xi'an
Xi'an[ɕi-] (Sian, Hsian, 1932-43 Siking), Hptst. der chines. Prov. Shaanxi, im Zentrum der Wei-He-Ebene, 2,76 Mio. Ew.; zwei Univ., mehrere FH, landwirtsch. Forschungsinst., Kunst- und Musikschulen; Maschinenbau, Textil-, Metall-, chem., elektron., pharmazeut. Ind., Porzellanherstellung; Flughafen.- Histor. Baudenkmäler sind u. a. der Glockenturm aus der Zeit der Tang-Dynastie (618-907), der Trommelturm (1370), der Tempel der Stadtgottheiten (1432 erneuert), die sog. Kleine-Wildgans-Pagode (706), der Tempel des »Großen Wohlwollens« (errichtet 647; 1580 wiederhergestellt) mit der sog. Großen-Wildgans-Pagode (652; im 8. Jh. aufgestockt) sowie die große Moschee (14. Jh.); im ehem. Konfuziustempel Museum mit dem »Stelenwald«. Bei X., 40 km nordöstlich bei Lintong, das Mausoleum des Kaisers Qin Shi Huangdi mit einer unterird. Armee lebensgroßer Terrakottafiguren. 1990 wurde nordöstlich von X. eine weitere Tonsoldatenarmee freigelegt.
X. ist eine der ältesten Siedlungen Chinas. Westlich des heutigen Zentrums lag vom 11. bis 8. Jh. v. Chr. die Hptst. der Zhou-Dynastie, nach der Einigung des chines. Reiches auch die Metropole der Qin-Dynastie (221-206 v. Chr.). Nordwestlich von X. entstand unter der Han-Dynastie um 202 v. Chr. Chang'an (»Ewiger Friede«), das um die Zeitenwende mehr als 200 000 Ew. zählte. Ihre größte Blüte erlebte die Stadt vom 6. bis 9./10. Jh. als Hptst. der Sui- und der Tang-Dynastie; zu dieser Zeit reichte sie im S weit über den heutigen Stadtkern hinaus (in ihrer Anlage Vorbild für die »Verbotene Stadt« in Peking sowie für die alten japan. Städte Kyōto und Nara) und war wohl die größte Stadt der damaligen Welt (über 1 Mio. Ew.); danach nur noch als Provinz-Hptst. von Bedeutung. - Im Dez. 1936 wurde hier Chiang Kai-shek durch den chines. Marschall Zhang Xueliang verhaftet und zu einer Allianz mit der KP Chinas im antijapan. Widerstandskampf gezwungen (sog. Xi'an-Zwischenfall).
▣ Literatur:
Xiang Yang: X. - Chinas alte Hauptstadt. Peking 1992.
Xi'an[ɕi-] (Sian, Hsian, 1932-43 Siking), Hptst. der chines. Prov. Shaanxi, im Zentrum der Wei-He-Ebene, 2,76 Mio. Ew.; zwei Univ., mehrere FH, landwirtsch. Forschungsinst., Kunst- und Musikschulen; Maschinenbau, Textil-, Metall-, chem., elektron., pharmazeut. Ind., Porzellanherstellung; Flughafen.- Histor. Baudenkmäler sind u. a. der Glockenturm aus der Zeit der Tang-Dynastie (618-907), der Trommelturm (1370), der Tempel der Stadtgottheiten (1432 erneuert), die sog. Kleine-Wildgans-Pagode (706), der Tempel des »Großen Wohlwollens« (errichtet 647; 1580 wiederhergestellt) mit der sog. Großen-Wildgans-Pagode (652; im 8. Jh. aufgestockt) sowie die große Moschee (14. Jh.); im ehem. Konfuziustempel Museum mit dem »Stelenwald«. Bei X., 40 km nordöstlich bei Lintong, das Mausoleum des Kaisers Qin Shi Huangdi mit einer unterird. Armee lebensgroßer Terrakottafiguren. 1990 wurde nordöstlich von X. eine weitere Tonsoldatenarmee freigelegt.
X. ist eine der ältesten Siedlungen Chinas. Westlich des heutigen Zentrums lag vom 11. bis 8. Jh. v. Chr. die Hptst. der Zhou-Dynastie, nach der Einigung des chines. Reiches auch die Metropole der Qin-Dynastie (221-206 v. Chr.). Nordwestlich von X. entstand unter der Han-Dynastie um 202 v. Chr. Chang'an (»Ewiger Friede«), das um die Zeitenwende mehr als 200 000 Ew. zählte. Ihre größte Blüte erlebte die Stadt vom 6. bis 9./10. Jh. als Hptst. der Sui- und der Tang-Dynastie; zu dieser Zeit reichte sie im S weit über den heutigen Stadtkern hinaus (in ihrer Anlage Vorbild für die »Verbotene Stadt« in Peking sowie für die alten japan. Städte Kyōto und Nara) und war wohl die größte Stadt der damaligen Welt (über 1 Mio. Ew.); danach nur noch als Provinz-Hptst. von Bedeutung. - Im Dez. 1936 wurde hier Chiang Kai-shek durch den chines. Marschall Zhang Xueliang verhaftet und zu einer Allianz mit der KP Chinas im antijapan. Widerstandskampf gezwungen (sog. Xi'an-Zwischenfall).
▣ Literatur:
Xiang Yang: X. - Chinas alte Hauptstadt. Peking 1992.