Meyers Großes Taschenlexikon in 25 Bänden
Unbewusstes
Unbewusstes,seel. Vorgänge, die nicht unmittelbar der Selbstbeobachtung zugänglich sind, aber an ihren Wirkungen erkannt werden. In der Psychoanalyse wird das U. (auch Unterbewusstsein) als ein eigenständiges psych. System aufgefasst, in dem die gesamte Triebdynamik und ein großer Teil der Erlebnisverarbeitung lokalisiert werden. So erscheint das U. auch als Ort der verdrängten Triebtendenzen, die das Verhalten beeinflussen, aber nicht bewusst erlebt werden können. Häufig äußern sich diese in neurot. Symptomen. Im Unterschied zu der einseitig triebdynam. Auffassung S. Freuds sieht C. G. Jung im U. die Grundlage der seelisch-geistigen Entwicklung. Er unterscheidet ein persönl. U. (v. a. Vergessenes, Verdrängtes, entspricht dem Unterbewusstsein) von einem kollektiven U., in dem, unabhängig von individueller Erfahrung, die Urerfahrungen der Menschheit als Antriebs- und Auffassungsbereitschaften ihren Niederschlag gefunden haben sollen.
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