Meyers Großes Taschenlexikon in 25 Bänden
Neptun
Neptun,1) Astronomie: von der Sonne aus der 8. Planet. N. ist mit bloßem Auge nicht zu sehen; seine größte scheinbare Helligkeit entspricht der eines Sterns der Größenklasse von rd. 7m, 5. Der Planet wurde 1846 von J. G. Galle in Berlin entdeckt, nachdem seine Bahn aus den Störungen der Uranusbahn von U. J. J. Leverrier und, unabhängig von diesem, von J. Adams berechnet worden war. N. befindet sich auf einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn (Exzentrizität 0,010 36), die um 1,77º gegen die Ekliptik geneigt ist. Sein innerer Aufbau ist weitgehend unbekannt und dürfte dem des Uranus ähneln. Die überwiegend aus molekularem Wasserstoff bestehende dichte Atmosphäre enthält etwa 10-15 % Helium, Spuren von Methan, das durch die Absorption des (roten) Sonnenlichts für die bläul. Färbung des Planeten verantwortlich ist, und Äthan. Die Temperatur an der Wolkenobergrenze liegt bei —220 ºC. N. hat ein schwaches Magnetfeld, dessen Orientierung sehr ungewöhnlich ist. Eine Fülle neuer Details erschloss 1989 die Raumsonde Voyager 2. Mit ihrer Hilfe wurde der Große Blaue oder Große Dunkle Fleck (GDF) entdeckt, offenbar - wie der Große Rote Fleck beim Jupiter - ein stabiler atmosphär. Wirbel. Mit dem Hubble-Teleskop stellte man 1994 fest, dass er wieder verschwunden, aber auf der entgegengesetzten Nordhalbkugel ein neuer Fleck entstanden war. Neben den schon länger bekannten, von der Erde aus entdeckten N.-Monden Triton und Nereide (Durchmesser 2 720 km bzw. 340 km, Umlaufzeiten 5,877 d bzw. 359,4 d) wurden 1989 mithilfe der Raumsonde Voyager 2 sechs weitere Trabanten (Naiad, Thalassa, Despina, Galatea, Larissa, Proteus) entdeckt. Diese bilden ein reguläres System: Sie umlaufen N. rechtläufig in nahezu kreisförmigen Bahnen mit im Allg. sehr geringer Neigung gegen seine Äquatorebene. Darüber hinaus bestätigten die Beobachtungen die Existenz eines Ringsystems, bestehend aus zwei schmalen, scharf begrenzten Ringen und einem diffusen Ring.
2) röm. Mythologie: (lat. Neptunus) altitalischer Gott des fließenden Wassers, seit dem 5. Jh. v. Chr. mit dem grch. Gott Poseidon gleichgesetzt.
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