Meyers Großes Taschenlexikon in 25 Bänden
Kanton
I Kanton[frz.] der,
1) Gliedstaat der Schweiz.
2) (frz. Canton), Verwaltungsbezirk, Unterabteilung des Arrondissements in Frankreich und des Distrikts in Belgien.
II Kạnton
(Canton, chines. Guangzhou), Hptst. der chines. Provinz Guangdong an der Mündung des Perlflusses, 150 km vom offenen Meer, 2,91 Mio. Ew.; zwei Univ., TU, Fachhochschulen, Museen, Forschungsinst.; traditionelles Handelszentrum (Frühjahrs- und Herbstmesse). Schiffbau, Stahl-, Maschinen-, chem., pharmazeut., Zement-, Textil-, Papier-, Nahrungsmittel-, Genussmittelind.; Eisenbahnanschluss nach Peking und Hongkong, internat. Flughafen. Seehafen ist Huangpu (Whampoa) 20 km unterhalb von K. am Perlfluss.- Histor. Bauwerke sind u. a. der Tempel Guangxiao (gegr. 4. Jh.), die Tempelanlage »Von den sechs Banyanbäumen« (479) mit der oktogonalen, neunstöckigen »Geschmückten Pagode« (537, mehrfach zerstört und wieder aufgebaut), die Moschee Huaisheng (627). An die jüngste Geschichte erinnern das »Grabmal der 72 Märtyrer« (1918) und die Sun-Yatsen-Gedächtnishalle (1925).- K. war schon während der Tang-Dynastie (618-907) ein wichtiger Überseehandelsplatz; 1517 erster Kontakt mit Europäern (Portugiesen). Von der 2. Hälfte des 18. Jh. bis 1842 (Ende des Opiumkrieges) einziger Außenhandelsplatz Chinas. 1924 erster Nationalkongress der Kuomintang; an der Militärakademie Huangpu wirkten viele spätere Führer Chinas; 1938-45 von Japan besetzt.
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