Meyers Großes Taschenlexikon in 25 Bänden
Kakaobaum
Kakaobaum (Theobroma), Gattung der Sterkuliengewächse mit 20 Arten im trop. Amerika. Die wichtigste, in den Gebieten des Amazonas und des Orinoco beheimatete, in Mittel- und Südamerika, in W-Afrika und einigen asiat. Ländern angebaute Art ist Theobroma cacao mit einer großen Anzahl von Zuchtformen (z. B. Criollo, Amazonasforastero und Trinitaro): bis 10 m hoher Baum mit knorrigem Stamm und breiter Krone. Die Blüten sind gelblich weiß oder rötlich. Sie erscheinen in Büscheln aus dem Stamm (Kauliflorie) oder den Ästen. Die gurkenförmigen Früchte (Trockenbeeren) sind 10-20 cm lang, gelb oder rotbraun, mit 25-60 in Längsreihen angeordneten weißl. Samen (Kakaobohnen), die zu Kakao verarbeitet werden. Die Samen enthalten etwa 40-53 % Fett, 15 % Eiweiß, 8 % Stärke, 7 % Gerbstoffe, die Alkaloide Theobromin (1-2 %) und Koffein (0,2-0,3 %). - Der K. liebt hohe Luftfeuchtigkeit, etwa 2 000 mm Niederschlag pro Jahr und eine mittlere Jahrestemperatur von 24 bis 28 ºC. Die Ernte setzt im fünften Jahr ein. Die Früchte reifen in 5-8 Monaten. Im Durchschnitt können alle 6 Wochen 40-50 Früchte geerntet werden; insgesamt schwanken die Erträge i. Allg. zw. 200 und 1 200 kg Bohnen je ha. - Die Kakaowelternte betrug 1996 2,95 Mio. t. Größter Produzent war die Elfenbeinküste (1,25 Mio. t), gefolgt von Ghana (340 000 t), Indonesien (274 000 t), Brasilien (256 000 t) und Nigeria (145 000 t).
Geschichte: Als Kulturpflanze ist der K. zuerst (wahrscheinl. um 1 000 v. Chr.) in Costa Rica nachweisbar; zw. 800 und 400 v. Chr. wurde er von Olmeken an die pazif. Küste von Guatemala und Chiapas (Mexiko), von dort spätestens um 250 n. Chr. nach Belize und NW-Honduras gebracht. Chemisch ist Kakao in Gefäßen des Grabgewölbes 19 von Río Azul (Guatemala, 460-480 n. Chr.) nachgewiesen. Um 1520 kam der Kakao nach Spanien; in Frankreich, England, Dtl. und Italien wurde er zw. 1610 und 1650 bekannt. Die Herstellung des Kakaopulvers erhielt erst Anfang des 19. Jh. größere Bedeutung, als C. van Houten in den Niederlanden die Entölung des Rohpulvers und das Aufschließen mit Alkalien einführte.
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