Wörterbuch der deutschen Umgangssprache
schaffen
schaffen v \
1. intr = fleißig arbeiten. Seit mhd Zeit.
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2. intr = viel, hemmungslos essen. Schaffen = bewältigen. Gehört zur Vorstellung des Einbringens der Ernte. 1600 ff.
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3. tr = etw befehlen, anordnen, bestimmen, vermachen. Seit mhd Zeit; vorwiegend oberd .
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4. tr = jn bezwingen, im Wettkampf besiegen; bei jm seinen Willen durchsetzen; bei jm erreichen, was man sich vorgenommen hat. Südd 1930 ff.
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5. tr = jn zum Geschlechtsverkehr bewegen; jds Orgasmus herbeiführen. 1900 ff.
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6. tr = jn übertölpeln, betrügen. Südd 1930 ff.
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6 a. tr = jn nervös machen; jm die Fassung rauben. 1930 ff, südd .
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7. es schafft ihn = a) es erschöpft ihn. 1950 ff. – b) es ängert ihn. Halbw 1950 ff.
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8. refl = sich ärgern. Beruht wohl auf der Gleichung »schaffen = gären« (der Wein gärt); »schaffen« heißt auch soviel wie »im Saft steigen«. Vgl Saft 18. Halbw 1950 ff.
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9. refl = hemmungslos sein; in Ekstase geraten; sich verausgaben; sich in etw hineinsteigem. Aus der Musikersprache gegen 1950 in den Halbwüchsigenwortschatz übergegangen.
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