Wörterbuch der deutschen Umgangssprache
Pelle
Pelle f \
1. Haut des Menschen. Soviel wie Schale (Pellkartoffel) oder Wursthaut. Fußt auf lat »pellis = Haut«. 1700 ff.
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2. Anzug, Kleid. 1870 ff.
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3. Uniform. BSD 1965 ff.
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4. Pelle von der Stange = Konfektionskleidung. Stange. 1920 ff.
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5. besoffene Pelle = Petticoat. Er schwankt hin und her wie ein Bezechter. 1955 ff, jug .
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6. eine Pelle ausziehen = ein Kleidungsstück ablegen. 1920 ff.
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7. jm von der Pelle bleiben – jn nicht behelligen. Seit dem 19. Jh.
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8. aus der Pelle fahren = aufbrausen. Analog zu »aus der Haut fahren«. Seit dem 19. Jh.
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9. jm nicht von der Pelle gehen = jn ständig begleiten und dadurch belästigen; jn nicht aus den Augen lassen. Seit dem 19. Jh.
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9 a. es geht ihm an die Pelle = er wird bedrängt. Seit dem 19. Jh.
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10. aus der Pelle gehen = aufbrausen. Pelle 8. Seit dem 19. Jh.
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11. jn auf der Pelle haben = von jm überwacht werden; durch jn behindert sein; nicht frei entscheiden können. Seit dem 19. Jh.
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12. einander auf der Pelle hocken = ständig beisammen sein. 1900 ff.
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13. jm auf der Pelle liegen = a) jm zur Last fallen. Seit dem 19. Jh. – b) koitieren. 1920 ff. – c) in jds nächster Nähe zelten. 1955 ff.
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14. jm auf die Pelle rücken = jm energisch zusetzen; jn bedrängen. 1830 ff.
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15. jm die Pelle schrubben = jn schlagen, verprügeln. Schrubben = scheuern, reiben. Vgl Abreibung. 1920 ff.
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16. ganz aus der Pelle sein = fassungslos, sehr aufgeregt sein. Analog zu » Anzug 11«. 1920 ff.
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17. jm auf der Pelle sitzen (hocken) – jm heftig zusetzen; jm lästig fallen; jn nicht frei entscheiden lassen. 1830 ff.
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18. einander auf der Pelle sitzen = beengt wohnen. 1920 ff.
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19. jm nicht von der Pelle weichen = jn nicht aus den Augen lassen, ständig behelligen. Seit dem 19. Jh.
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