Wörterbuch der deutschen Umgangssprache
Karo
Karo I m \
Rufname des Hundes. Fußt vielleicht auf ital »caro = lieb, teuer«. Spätestens seit 1800.
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Karo II n
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1. Kommißbrot. Wegen der vierkantigen Form. 1900 ff.
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2. Butterbrot, das man zur Arbeitsstelle mitnimmt. 1920 ff.
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3. Karo mit Fehlanzeige = Brot ohne Aufstrich. Fehlanzeige gibt es auf dem Schützenstand, wenn der Schütze keinen Treffer auf der Zielscheibe angebracht hat. Im Behördendeutsch ist »Fehlanzeige« die Meldung, daß eine Sache nicht vorhanden ist. Sold seit dem Ersten Weltkrieg.
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4. Karo einfach (aus der Hand) = trockene Kommißbrotschnitte, aus der Hand gegessen. Dem Skatspielerausdruck nachgebildet: man spielt Karo ohne oder mit dem Treff-Buben. 1914 ff.
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5. Karo einfach, belegt mit Daumen und Zeigefinger (Karo doppelt mit Fingern) = Schnitte Brot ohne Aufstrich. Als Belag dienen scherzhaft der Daumen und der Zeigefinger. 1914 ff.
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6. Karo einfach, aus der Hand, geschnitten = trockene Brotschnitte. Der Kartenspielersprache entlehnt. Sold 1914 ff.
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7. Karo einfach mit Sonnenschein = trockene Brotschnitte. Sold 1914 ff.
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8. trockenes (trockener) Karo (Karo trocken) = (Kommiß-)Brotschnitte ohne Aufstrich und ohne Belag. 1914 ff.
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9. Karo heißt der Hühnerhund (der Kettenhund; Karo war ein treuer Hund) = der Spielmacher sagt ein Spiel in der Karo-Farbe an. Kartenspielerspr. seit dem späten 19. Jh.
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10. nur Karo spielen = Schach spielen. Anspielung auf die Viereckfelder des Schachbretts. BSD 1965 ff.
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11. wenn man nicht weiß, wie oder wo, spielt man Karo: Redewendung an einen unschlüssigen Kartenspieler. Karo als die niedrigste Kartenfarbe bringt den kleinsten Verlust ein. Kartenspielerspr. seit dem späten 19. Jh.
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