Wörterbuch der deutschen Umgangssprache
Indianer
Indianer m \
1. Mann, Fußgänger. Hergenommen von den Indianer-Schilderungen in den Romanen von J. F. Cooper und Karl May. In Zusammensetzungen mit »Indianer« als Grundwort hat dieses fast dieselbe Geltung wie »Heini« oder »Fritze«. In der Soldatensprache um 1900 aufgekommen.
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2. pl = Münzen; Kupfermünzen. Etwa analog zu » Mohikaner«. 1920 ff.
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3. Feingebäck in (halb-)kugeliger Form, mit Schokolade überzogen und mit Schlagsahne (österr Schlagobers) gefüllt. Im Dt als »Mohrenkopf« bekannt. Österr 1900 ff.
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4. nordamerikanischer Soldat. Übertragen und verallgemeinert im Anschluß an Indianergeschichten, die in den USA spielen. Sold 1917 bis 1945; ziv 1945 bis heute.
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5. dummer Mensch. Wohl als Schelte im Mund der Überlegenen gemeint. 1900 ff.
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6. gepreßter Indianer = Büchsenfleisch. Hergenommen vom Corned Beef, dessen Färbung an »Rothaut« erinnert. 1920 ff.
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7. gehackter Indianer = Büchsenfleisch. Vgl das Vorhergehende. 1925 ff.
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8. toter Indianer = Büchsenfleisch. Indianer 6. Sold 1939 ff.
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