Wörterbuch der deutschen Umgangssprache
hängenbleiben
hängenbleiben intr \
1. einen zufälligen Aufenthaltsort nicht wieder aufgeben; nicht in die Heimat zurückkehren. Man bleibt haften wie der Vogel auf der Leimrute oder die Fliege am Fliegenfänger. 1700 ff.
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2. den schicklichen Zeitpunkt zum Weggehen verstreichen lassen; im Wirtshaus verbleiben. Der ausdauernde Besucher hat in volkstümlicher Auffassung Pech an der Hose, oder der Stuhl klebt. 1700 ff.
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3. sich verlieben. Man kommt von dem geliebten Menschen nicht mehr los: man bleibt am Angelhaken hängen. 1900 ff.
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4. im Gedächtnis halten. Gehört zu der Vorstellung vom Gedächtnis als Sieb: was man vergißt, fällt durch das Sieb hindurch; was man behält, bleibt im Sieb hängen. 1800 ff.
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5. im Rollentext stocken; beim Aufsagen eines Gedichts nicht weiterwissen. hängen 1. Theaterspr. und schül 1920 ff.
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6. in der Schule nicht versetzt werden; die Prüfung nicht bestehen. Vgl hängen 18 a. 1870 ff.
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6 a. mit dem Auto die steile Strecke nicht bewältigen. Kraftfahrerspr. 1920 ff.
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7. der Angriff bleibt hängen = der Angriff der Fußballmannschaft wird vom Gegner vereitelt. Sportl 1950 ff.
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8. an jm hängenbleiben = einen Verdächtigen weiterhin beobachten, verfolgen. Man hat sich »an seine Fersen geheftet« und bleibt weiter daran haften. 1920 ff.
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9. es bleibt an ihm hängen = aus dieser Sache geht er nicht makellos hervor. Der Makel bleibt an ihm haften. 1900 ff.
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10. mit etw hängenbleiben = bei einer Sache etw einbüßen (beim Tausch ist er mit 1000 Mark hängengeblieben). 1920 ff.
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11. bei einer Frage hängenbleiben = die Frage des Lehrers nicht beantworten können. Sinnverwandt mit = hängen 1. Schül 1920 ff.
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