Duden - Das Herkunftswörterbuch
Wickel
• Wickeljmdn. am/beim Wickel packen/kriegen/haben/nehmen
1. »jmdn. fassen und festhalten«
2. »jmdn. heftig zurechtweisen«
Mit »Wickel« bezeichnete man früher das Band, das den ‹Männer›zopf zusammenhält. Diese und die folgende Wendung gehen also in ähnlicher Weise wie »jmdn. am Kragen packen« auf eine konkrete Situation zurück.
etwas beim Wickel haben
(ugs. ) »sich mit etwas eingehend beschäftigen«
Vgl. die vorangehende Wendung.
wickeln:
Das Verb (mhd. wickeln) ist eine Ableitung von dem Substantiv Wickel (mhd. , ahd. wickel »Faserbündel«). Dieses Substantiv ist wie ahd. wicchilīn eine Verkleinerungsbildung zu ahd. wich‹a›, mhd. wicke »Faserbündel, Docht«, das im germ. Sprachbereich z. B. mit engl. wick »Docht« verwandt ist. Zugrunde liegt die idg. Wurzel * u̯eg- »weben, knüpfen; Gespinst«. Vgl. aus anderen idg. Sprachen aind. vāgurā̓ »Fangstrick, Netz zum Wildfang, Garn«, lat. velum »Segel, Hülle, Tuch«, air. figim »webe«. Zu derselben Wurzel gehören das unter ↑ "Wachs" (eigentlich »Gewebe der Bienen«) behandelte Substantiv und wahrscheinlich auch der erste Bestandteil der unter ↑ "Wacholder" behandelten Zusammensetzung. Das abgeleitete Verb »wickeln« bedeutet eigentlich »ein Faserbündel um einen Rocken winden«, aber schon in den ersten Belegen tritt es in der allgemeinen Bedeutung »um etwas winden« auf. Diese Bedeutung hat sich dann vom 15. Jh. an auch auf das Substantiv »Wickel« ausgedehnt, das seitdem »etwas zum Wickeln, etwas Gewickeltes« bedeutet. – Abl. : Wick‹e›lung (16. Jh.). Präfixbildungen und Zusammensetzungen: abwickeln (16. Jh.; seit dem 18. Jh. auch übertragen »zum Abschluss bringen, erledigen«); einwickeln (16. Jh.); entwickeln (im 17. Jh. für »auf-, auseinanderwickeln«, seit dem Ende des 18. Jh.s im übertragenen Sinne von »‹sich› entfalten; ‹sich› stufenweise herausbilden«, seit der 2. Hälfte des 19. Jh.s auch als fototechnischer Ausdruck »ein Bild auf einem Film sichtbar werden lassen«), dazu Entwicklung (17. Jh.); verwickeln »verwirren, durcheinanderbringen; einbeziehen, hineinziehen; durcheinandergeraten« (spätmhd. verwickeln), dazu verwickelt (im Sinne von »kompliziert«, 18. Jh.) und Verwicklung (Anfang des 16. Jh.s; in der Bedeutung »Komplikation, Schwierigkeit« seit dem 18. Jh.).
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