Duden - Das Herkunftswörterbuch
Ringelnatter
Ring:Das altgerm. Substantiv mhd. rinc, ahd. ‹h›ring, niederl. ring, engl. ring, schwed. ring und das unter ↑ "ringen" behandelte Verb stehen wahrscheinlich im Ablaut zu dem unter ↑ "Runge" (ursprünglich wohl »Rundstab«) behandelten Wort. Außergerm. ist z. B. die slaw. Sippe von russ. krug »Kreis, runde Scheibe« eng verwandt (über die weiteren Zusammenhänge vgl. den Artikel ↑ "schräg"). Das altgerm. Wort bezeichnete zunächst den Kreis und weiterhin kreisförmige Gegenstände verschiedener Art, speziell den aus Metall gefertigten Ring.
Ferner bezeichnete es früher auch die kreisförmig versammelte Menschenmenge, die ringförmige ‹Gerichts›versammlung, beachte das aus einer altfränk. Entsprechung von ahd. ‹h›ring entlehnte frz. rang »Reihe, Folge«, ursprünglich »‹ringförmige› Versammlung« (s. die Wortgruppe um ↑ "Rang"). – Das seit dem 16. Jh. gebräuchliche Adverb rings »im Kreise, rundherum« hat sekundäres s nach den aus dem Genitiv Singular entstandenen Adverbien wie z. B. »flugs« (↑ "Flug").
Das Verb umringen »umstellen, von allen Seiten umgeben« (mhd. umberingen, ahd. umbi‹h›ringen) ist eine Ableitung von der im Nhd. untergegangenen Zusammensetzung mhd. umberinc, ahd. umbi‹h›ring »Umkreis«. – Eine Verkleinerungsbildung zu »Ring« ist Ringel »kreisförmig Gewundenes«, früher auch: »Ringelblume« (mhd. ringel‹e›, ahd. ringila), von dem ringeln »kreisförmig winden, zu kleinen Ringen drehen«, reflexiv »sich winden« (mhd. ringelen) abgeleitet ist. Beachte dazu die Zusammensetzung Ringelnatter (Ende des 18. Jh.s; so benannt, weil sie sich zusammenringelt, oder aber nach den Ringeln auf der Haut).
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