Duden - Das Herkunftswörterbuch
Radikaler
radikal»von Grund auf, gründlich; bis zum Äußersten gehend, hart und rücksichtslos«: Das Adjektiv wurde im 18. Jh. aus frz. radical »grundlegend, gründlich« entlehnt. Dies geht auf spätlat. radicalis »eingewurzelt« zurück, das zuvor schon unmittelbar ins Dt. übernommen worden war und im Sinne von »angeboren, angestammt, natürlich« verwendet wurde. – Die Verwendung von »radikal« im Sinne von »(politisch, ideologisch) extrem« erfolgte im 19. Jh. unter dem Einfluss von gleichbed. engl. radical. An diesen Gebrauch schließen sich die Substantivierung Radikaler und die Bildungen radikalisieren (20. Jh.), Radikalinski (20. Jh.; gebildet mit der Endung -inski in slaw. Familiennamen), Radikalist (20. Jh.) und z. T. Radikalismus (19. Jh.) an, das auch im Sinne von »rücksichtsloses Vorgehen, unnachgiebiges Verfolgen von Zielen« gebräuchlich ist. – Spätlat. radicalis ist eine Bildung zu lat. radix (radicis) »Wurzel« (vgl. den Artikel ↑ "Rettich").
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