Duden - Das Herkunftswörterbuch
mindern
minder»in geringerem Grade, nicht so sehr«: Mhd. minner, ahd. minniro, got. minniza, niederl. minder, schwed. mindre beruhen auf einer Komparativbildung zu einem im germ. Sprachbereich untergegangenen idg. Adjektiv * minu-s »klein«, vgl. z. B. griech. miný-ōros »kurzlebig«, lat. minus »weniger« (↑ "minus"), minister »Untergebener, Diener« (↑ "Minister"), minimus »kleinster, geringster« (↑ "Minimum", ↑ "minimal"), minuere »verkleinern, verringern« (↑ "Minute", ↑ "minutiös", ↑ "Menü" und ↑ "Menuett"), russ. menee »weniger«. – Im heutigen Sprachgebrauch wird »minder« als Komparativ zu »wenig« verwendet, das früher keinen Komparativ und Superlativ hatte. – Der Superlativ lautet mindest »geringst« (mhd. minnest, ahd. minnist, got. minnists, niederl. minst, schwed. minst), beachte dazu mindestens »wenigstens; auf keinen Fall weniger als« (18. Jh.; genitivische Umbildung aus »zum Mindesten«). – Abl. : Minderheit »kleinerer Teil; zahlenmäßig unterlegene Gruppe« (18. Jh.; wohl Lehnübersetzung von frz. minorité); mindern »geringer werden lassen« (mhd. minnern, ahd. minnirōn; beachte auch die Präfixbildung vermindern). Zus. : minderjährig »nicht volljährig« (16. Jh.; Lehnübersetzung von mlat. minorennis); Minderzahl (19. Jh.).
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