Duden - Das Herkunftswörterbuch
link
link:Das seit mhd. Zeit bezeugte Adjektiv – im Ahd. ist nur das Substantiv lenka »linke Hand« belegt – trat an die Stelle des altgerm. Wortes für »link«: mhd. winster, ahd. winistar, aengl. win‹e›stre, aisl. vinstri. Dieses Wort ist heute noch im Nord. gebräuchlich, beachte schwed. vänster »link«. Im Engl. wurde es durch left ersetzt, das eigentlich »lahm, schwach« bedeutet.
Auch mhd. linc entspricht älter schwed. link »lahm«, beachte schwed. linka »hinken, humpeln«, slinka »schwanken, schlottern, hinken« (vgl. auch zur Begriffsbildung frz. gauche »link«, eigentlich »schwankend«).
Die germ. Wörter gehen wahrscheinlich auf eine nasalierte Form der unter ↑ "Laken" dargestellten Wurzel * ‹s›lē̆g- »schlaff, matt sein« zurück. – »Link« ist nicht nur Gegenwort zu »recht«, es wird auch im Sinne von »unbeholfen, ungeschickt« gebraucht. An diese Verwendung schließt sich die Bildung linkisch (15. Jh.) an. Aus der Gaunersprache stammt die Verwendung von »link« im Sinne von »schlecht, fragwürdig, hinterhältig«, beachte z. B. »linke Geschäfte« oder »linker Vogel«. – Als Adverb fungiert seit dem 15. Jh. der Genitiv Singular links. Im Anschluss an frz. gauche bezeichnet das Substantiv Linke »linke Hand«, seit dem 19. Jh. auch die links vom Präsidenten sitzenden Parteien der Volksvertretung, da in der französischen Restaurationszeit die Gegner der Regierung ihre Plätze links vom Präsidenten einnahmen. Darauf beruht auch die Verwendung von »links« im Sinne von »zur Linken, zu einer sozialistischen oder kommunistischen Gruppierung gehörend«.
• link
mit dem linken Bein/Fuß ‹zuerst› aufgestanden sein
(ugs. ) »schlecht gelaunt sein«
Die Wendung wurzelt in der abergläubischen Auffassung, dass die linke Seite die Unglücksseite ist. Wer mit dem linken, dem falschen Bein aufsteht, dem geht alles schief, dem droht Unheil.
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