Duden - Das Herkunftswörterbuch
hintertreiben
hinter:Die Präposition mhd. hinder, ahd. hintar, got. hindar, aengl. hinder, aisl. (Adjektiv) hindri ist eine gemeingerm. Komparativbildung zum Stamm * hin‹d›-, von dem auch das Adverb hinten (mhd. hinden‹e›, ahd. hintana, got. hindana, aengl. hindan) abgeleitet ist. Außergerm. Entsprechungen sind nicht gesichert. – Aus der Präposition entwickelte sich schon früh ein flektierendes Adjektiv (ahd. hintaro, mhd. hinder), das substantiviert das Gesäß bezeichnet: mhd. hinder, nhd. ugs. Hintere, auch Hintern. Groß ist die Zahl der Zusammensetzungen mit »hinter« (Präposition, Adverb und Adjektiv), beachte z. B. hinterbleiben veraltet für »zurückbleiben«, dazu das substantivierte zweite Partizip Hinterbliebene (18. Jh.); hinterbringen »heimlich zukommen lassen, verraten« (17. Jh.); hintergehen (mhd. hindergān »einen Feind umgehen und von hinten anfallen, überlisten; betrügen«); Hintergrund (18. Jh.); Hinterhalt (mhd. hinderhalt »Versteck, Auflauerung; Rückhalt, Stütze«), dazu hinterhältig; Hinterland (19. Jh.); Hinterlist (mhd. hinderlist »Nachstellung«), dazu hinterlistig (mhd. hinderlistec »nachstellend«); hinterrücks »von hinten« (15. Jh.; beachte mhd. hinderrucke »rückwärts« und vgl. ↑ "Rücken"); hintertreiben »zu vereiteln suchen« (17. Jh.); Hinterwäldler (19. Jh.; Lehnübertragung von engl. backwoodsman, das die Ansiedler im Westen Nordamerikas jenseits des Alleghenygebirges bezeichnete).
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