Duden - Das Herkunftswörterbuch
Haut
Haut:Die Haut ist als »Hülle« (des menschlichen Körpers) benannt. Das altgerm. Wort mhd. , ahd. hūt, niederl. huid, engl. hide, schwed. hud gehört zu der (mit t erweiterten) idg. Wurzel * ‹s›keu- »bedecken, umhüllen« (vgl. ↑ "Scheune"). Eng verwandt sind im germ. Sprachbereich die unter ↑ "Hode" und ↑ "Hütte" behandelten Wörter. Außergerm. vergleichen sich z. B. griech. kýtos »Hülle; Haut; Behältnis« und lat. cutis »Haut«, beachte fachsprachlich »Kutis« »Lederhaut der Wirbeltiere«, »Kutikula« »äußere Zellschicht der Pflanzen«, »subkutan« »unter der Haut befindlich«. – Abl. : häuten (mhd. ‹ent-, uz̧-›hiuten »die Haut, das Fell abziehen«; heute wird das Verb v. a. reflexiv gebraucht), beachte dazu Dickhäuter (19. Jh.). Zus. : Vorhaut (16. Jh.; Lehnübertragung von lat. praeputium).
• Haut
‹für jmdn., für etwas› seine Haut/(selten auch:) sein Fell zu Markte tragen
(ugs. ) »für jmdn., für etwas einstehen und sich dadurch in Gefahr begeben«
Die Wendung geht von der Vorstellung aus, dass die Haut im Kampf Hieben, Stichen usw. zuerst ausgesetzt ist. Jemand, der seine Haut für etwas einsetzt, hergibt (= zu Markte trägt), ist also bereit, Verwundungen hinzunehmen und sein Leben zu riskieren. Vgl. dazu die Wendungen »sich seiner Haut wehren« und »mit heiler Haut davonkommen« sowie die heute nicht mehr übliche Wendung »mit der Haut bezahlen« mit der Bedeutung »sein Leben für etwas lassen«.
auf der ‹faulen› ‹Bären›haut liegen
(ugs. ) »faulenzen«
Die Wendung beruht auf einer alten übertreibenden Ausschmückung der Lebensgewohnheiten der alten Germanen, wie sie Tacitus in seiner »Germania« (Kap. 15) schildert. Die Germanen hätten, wenn sie nicht im Krieg oder auf der Jagd waren, faul auf Fellen herumgelegen und den Frauen die Arbeit überlassen.
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