Duden - Das Herkunftswörterbuch
genießbar
genießen:Das gemeingerm. Verb mhd. ‹ge›niez̧z̧en, ahd. ‹gi›nioz̧an, got. ‹ga›niutan, aengl. nēotan, schwed. njuta geht mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen auf die Wurzel * neud- »fangen, ergreifen« zurück, vgl. z. B. lit. naudà »Nutzen, Vorteil, Gewinn«. Die alte Bedeutung bewahrt im germ. Sprachbereich got. ‹ga›niutan »ergreifen, erwischen, erreichen«, beachte dazu die Substantivbildung got. nuta »Fischer« (eigentlich »Fänger«). Da das, was man fängt, einem gehört, entwickelten sich aus »fangen, ergreifen« die Bedeutungen »innehaben, benutzen, gebrauchen, Freude an etwas haben«. Um das gemeingerm. Verb gruppieren sich die Bildungen ↑ "Genosse" (eigentlich »der die Nutznießung einer Sache mit einem anderen gemeinsam hat«), ↑ "Genuss", Nieß...
(s. u.), ↑ "nütze" (eigentlich »was gebraucht werden kann«) und die Sippe von ↑ "Nutzen". Die Substantivbildung mhd. niez̧ »Benutzung, Genuss«, älter nhd. Nieß ist bewahrt in Nießbrauch (16. Jh.; Lehnübersetzung von lat. usus fructus »Recht der Nutzung fremden Eigentums«) und in Nießnutz (19. Jh.). Abl. : genießbar »unverdorben, essbar« (17. Jh.; häufiger wird »ungenießbar« gebraucht); Genießer »Genussmensch« (mhd. geniez̧er).
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