Duden ‒ Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
Schwindel
Schwịn|del, der; -s:1. [spätmittelhochdeutsch swindel, rückgebildet aus ↑ "schwindeln" (1)] benommener, taumeliger Zustand mit dem Gefühl, als drehe sich alles um einen, als schwanke der Boden o. Ä.:
ein leichter, heftiger Schwindel überkam ihn;
Fensterputzer arbeiten oft in Schwindel erregender Höhe;
Ü die Preise stiegen in Schwindel erregende Höhen;
Ein plötzlicher Schwindel packte sie (Baum, Paris 17);
Wie ich … weiß, leiden Sie öfter an Schwindel (Langgässer, Siegel 304).
2. [beeinflusst von ↑ "Schwindler"] (umgangssprachlich abwertend) Betrug; bewusste Täuschung, Irreführung:
ein ausgemachter, unerhörter Schwindel;
der Schwindel kam heraus, flog auf;
den Schwindel kenne ich! (darauf falle ich nicht herein);
auf jeden Schwindel reinfallen (sich leicht betrügen lassen);
Als ob wir überhaupt jemals eine Revolution gehabt hätten! Alles Schwindel! Alles Illusion! (K. Mann, Wendepunkt 112);
Ich lese keine Zeitungen … Ist sowieso alles Schwindel (Hilsenrath, Nazi 82).
3.der ganze Schwindel (salopp abwertend; alles zusammen: was kostet der ganze Schwindel?)
4. ↑ "Taumel" (b), ↑ "Rausch" (2):
Ich bin betrübt, wie Blutdurst meinen Mann, das ganze Volk der Schwindel fassen kann (Goethe, Satyros 5);
Voll süßen Schwindels flieg' ich nach dem Platze (Schiller, Don Carlos II, 15).
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