Duden ‒ Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
öffentlich
ọ̈f|fent|lich [mittelhochdeutsch offenlich, althochdeutsch offanlīh]:1. für jeden hörbar und sichtbar; nicht geheim:
eine nicht öffentliche Verhandlung, Hinrichtung;
ein öffentliches Ärgernis;
ein öffentliches (längst allgemein bekanntes) Geheimnis;
die Abstimmung ist öffentlich;
die Verlobung ist bereits öffentlich (offiziell bekannt gegeben);
öffentlich über etwas abstimmen;
etwas öffentlich erklären, anprangern, verkünden;
öffentlich hervortreten;
sie tritt zum ersten Mal öffentlich (vor einem Publikum) auf;
…, wie es nun in einer öffentlichen Erklärung des Palastes hieß (Ransmayr, Welt 140);
Heute zeigt er sich nicht mehr sehr glücklich darüber, dass seine Autorenschaft öffentlich (bekannt) wurde (Woche 1. 11. 97, 6);
wenn Cyane einen … Absatz aus den immer selteneren Briefen des Verbannten öffentlich vorlas (Ransmayr, Welt 145);
Wenn wir jeden Vorgang öffentlich (in der Öffentlichkeit) ausposaunen (Prodöhl, Tod 89).
2. für die Allgemeinheit zugänglich, benutzbar:
öffentliche Anlagen, Bibliotheken;
öffentliche Verkehrsmittel;
den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen;
eine öffentliche Feier, Kundgebung veranstalten;
ein öffentlicher Fernsprecher (Fernsprechautomat);
Sie gingen in eine öffentliche Toilette (Handke, Frau 65);
Das sind ganz öffentliche Damen (verhüllend; Prostituierte; Schnabel, Marmor 149).
3. a) die Gesellschaft allgemein, die Allgemeinheit betreffend, von ihr ausgehend, auf sie bezogen:
die öffentliche Meinung;
das öffentliche Wohl;
das öffentliche Interesse an der Aufklärung des Mordfalles war groß;
eine Person des öffentlichen Lebens;
im öffentlichen Leben stehen;
Wir kannten Onkel Fritz nur als einen überaus gütigen Menschen, der stets um die öffentlichen Dinge besorgt war (Dönhoff, Ostpreußen 55);
Helmut Kohls Fähigkeiten als Wahlmatador werden im kurzlebigen öffentlichen Gedächtnis gemeinhin überschätzt (Woche 11. 4. 97, 1);
b) die Verwaltung eines Gemeinwesens betreffend; kommunal:
öffentliche Gelder, Ausgaben;
die Verschuldung der öffentlichen Haushalte nimmt erschreckend zu;
die Privatisierung öffentlicher Unternehmen fordern;
Aufgabe öffentlicher und privater Wohlfahrtspflege müsste es sein … (MM 14. 2. 78, 9);
Hausbesitzer … sollen … die überschüssige Energie ins öffentliche Netz einspeisen (natur 2, 1991, 67);
Im Westberliner Abgeordnetenhaus geben die öffentlich bediensteten SPD-Parlamentarier den Ton an (Spiegel 12, 1976, 57);
der öffentliche/Öffentliche Dienst (↑ "Dienst" [1 c]).
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