Duden ‒ Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
Hand
Hạnd, die; -, Hände und (bei Maßangaben:) - [mittelhochdeutsch, althochdeutsch hant, wahrscheinlich eigentlich = Greiferin, Fasserin]:1. von Handwurzel, Mittelhand und fünf Fingern gebildeter unterster Teil des Armes bei Menschen und Affen, der die Funktionen des Haltens, Greifens usw. hat:
die rechte, linke Hand;
schmale, klobige, feingliedrige, schöne, verarbeitete Hände;
feuchte, kalte Hände haben;
seine Hände zitterten;
ein, zwei Hand/Hände breiter Saum;
sie hat bei der Arbeit eine ruhige, sichere Hand, sie arbeitet mit ruhiger, sicherer Hand (ihre Handbewegungen bei der Arbeit sind ruhig, sicher);
keine Hand frei haben;
jemandem die Hand geben, reichen, drücken, schütteln, küssen;
küss die Hand!;
Mathis … hatte unsinnige Angst vor Händen, besonders vor versteckten;
Hände hoch [oder ich schieße]!;
sich die Hände waschen;
es war so dunkel, dass man die Hand nicht vor den Augen sehen konnte;
jemandem die Hand darauf geben (versichern, fest versprechen), dass …;
Hand drauf! (versprich es mir/ich verspreche es dir!);
sie hatte die Hände voll Kirschen;
eine Hand voll schwarze[r] Kirschen;
ein paar Hand/Hände voll Reis;
eine Hand voll (einige wenige) Demonstranten;
jemandem die Hand zur Versöhnung bieten, reichen (gehoben; seine Bereitschaft zur Versöhnung kundtun);
sie nahm das Kind an die Hand;
nimm dem Kind das Messer aus der Hand, aus den Händen!;
die letzten Extrablätter wurden ihm förmlich aus der Hand gerissen;
die Tiere fraßen [uns] aus der Hand;
sie legte ihre Arbeit aus der Hand (legte sie vorübergehend beiseite, hörte vorübergehend damit auf);
sie aßen [ihr Picknick] aus der Hand (ohne Zuhilfenahme von Bestecken, Tellern);
eine Wahrsagerin las ihm [seine Zukunft] aus der Hand (aus den Handlinien);
jemanden bei der Hand nehmen (ihn führen);
etwas in der Hand, in [den] Händen haben, halten, tragen;
das Messer in die Hand nehmen;
er hat schon lange kein Buch mehr in die Hand genommen (kein Buch mehr gelesen);
den Kopf in die Hände stützen;
sie klatschten in die Hände;
die Kinder gingen Hand in Hand (hielten sich an den Händen);
jemandem etwas in die Hand drücken (jemandem [beiläufig oder verstohlen] etwas geben);
mit sanfter Hand über etwas streichen;
der Brief ist mit der Hand geschrieben;
mit den Händen reden (beim Sprechen gestikulieren);
sich mit Händen und Füßen (scherzhaft; durch viele Gesten, gestikulierend) verständlich machen;
das Kleid ist von Hand genäht;
eine Sonate für vier Hände/zu vier Händen (Musik; vierhändig zu spielen);
er nahm einen Bleistift zur Hand (in die Hand);
Ihre Hand knallt unverhofft in sein Gesicht (Ossowski, Flatter 193);
Aber als sie das Bonbon nehmen wollte, zog ich die Hand zurück (Thor, Ich 9);
Ihm ging der Ruf nach, dass er im Alkoholrausch eine ganz besonders sichere Hand habe. Er galt in der ganzen Stadt als guter Operateur (Hackethal, Schneide 204);
Ach, der Herr Hofschauspieler ist noch unterwegs. Küss die Hand, Maestro! (Ziegler, Labyrinth 95);
niemals gab er Hand, und wer ihn verstören wollte, brauchte ihm nur mit der Hand in der Tasche einen Schritt näher zu treten (Muschg, Gegenzauber 94);
Tante Anna wischte sich die Hände an der Schürze ab und trat aus der Küchentür (Lentz, Muckefuck 180);
Du wirst dir die Hand abfrieren, warnt Großmutter (Schwaiger, Wie kommt 8);
Wir folgten dem Trauerzug und warfen jeder eine Hand voll Erde in die Grube (Erné, Fahrgäste 123);
Mühlleithen, das ist eine Hand voll Häuser auf einem Wiesenteller (Loest, Pistole 207);
Als Sorgenkinder der atomaren Abrüster sind bis heute nicht einmal eine Hand voll (nicht einmal fünf) Staaten in zwei Regionen übrig geblieben: Indien und Pakistan in Südasien, Israel und der Iran im Nahen und Mittleren Osten (Zeit 14. 4. 95, 3);
Wie kommt es, dass der wilde Marder den Käfig und die menschliche Hand gut erträgt, während die Eichkatze, die winters die fütternde Hand nicht scheut, in Gefangenschaft ihrer Wildheit wegen nur schwer oder gar nicht zu halten ist …? (Stern, Mann 53);
Der Fisch flutscht ihm aus der Hand auf die Erde (Ossowski, Flatter 107);
Ein paar Dutzend Männer saßen vor ihrem Bier, bissen auf Virginias oder aßen Kartoffelpuffer aus der Hand (Bieler, Mädchenkrieg 335);
Dann machen sie Hand in Hand einen Spaziergang über die Felder (Frischmuth, Herrin 86);
Der Meister hatte ihm eine Schutzbrille in die Hand gedrückt (Fels, Sünden 86);
sie war sich … vor Ungeduld einige Male mit der Hand durchs Haar gefahren (H. Weber, Einzug 304);
Häuser zum Wohnen, Straßen, alles das, was wir mit unseren Händen schaffen können (Kühn, Zeit 55);
Wer strickt mir einen Pullover im Boutiquestil von Hand? (NNN 23. 9. 87, 4);
Er erhielt zwei Briefe, beide waren von Hand geschrieben (Ziegler, Konsequenz 233);
Zwei der Druckventile, im oberen Teil des Reaktors, mussten von Hand geöffnet werden (Spiegel 8, 1977, 155);
R Hand aufs Herz! (Aufforderung, seine Meinung, Überzeugung ehrlich zu sagen; ursprünglich eine Gebärde beim Ablegen eines Eides); nicht in die hohle Hand! (umgangssprachlich; nicht einmal geschenkt, auf keinen Fall); besser als in die hohle Hand geschissen (derb; besser als gar nichts); eine Hand wäscht die andere (ein Dienst zieht einen Gegendienst nach sich)
Der Gewährsmann … hatte Herbert Leibig nicht enttäuscht, und das sollte, wie jetzt zu hören war, dessen Schade nicht sein. Eine Hand wäscht die andere (Ossowski, Liebe ist 108);
die öffentliche Hand, die öffentlichen Hände (der Staat als Verwalter des öffentlichen Vermögens: dies wiederum entlastet die öffentlichen Hände bei den Neubauprogrammen erheblich [Gut wohnen 1, 1979, 14]; Hieraus ergibt sich aus volkswirtschaftlicher Sicht ein Handlungsbedarf für die öffentlichen Hände [CCI 8, 1985, 30]);
die Tote Hand (Rechtssprache; öffentlich-rechtliche Körperschaft o. Ä., die ihr Eigentum nicht veräußern oder vererben kann);
jemandes rechte Hand (jemand, der in einer einem anderen untergeordneten Position diesem wichtige Arbeiten abnimmt, ihm assistiert: Jetzt begleitete der ZDL ihn auch in den Schulunterricht und wurde dort gleichsam seine rechte Hand Tafelanschriebe, Anfertigung und Austeilung von Kopien, Bedienung der Unterrichtsmedien [Zivildienst 5, 1986, 15]);
jemandem rutscht die Hand aus (umgangssprachlich; jemand schlägt einen anderen im Affekt: wie diese linken Zeitungsfritzen den armen Direktor Conrad fertiggemacht haben, bloß weil ihm mal die Hand ausgerutscht ist [Ziegler, Gesellschaftsspiele 141]);
jemandem sind die Hände/Hände und Füße gebunden (jemand kann nicht so handeln oder entscheiden, wie er möchte, weil seine Handlungs-, Entscheidungsfreiheit durch bestimmte äußere Umstände entscheidend eingeengt ist: Rüfenacht waren die Hände gebunden, weil Landert ihn selber vor Jahren in einen peinlichen Skandal verwickelt hatte [Ziegler, Liebe 57]);
eine lockere Hand haben (umgangssprachlich; ↑ "Handgelenk");
freie Hand haben (tun können, was man will: Zwar hat der Berichterstatter freie Hand, in welchem Umfang er über derartige Sitzungen berichtet, lückenlos braucht sein Bericht nicht zu sein [NJW 19, 1984, 1127]);
Hand und Fuß haben (gut durchdacht sein; ursprünglich bezogen auf jemanden, der unversehrt, nicht verstümmelt ist, sodass man sich voll auf seine körperliche Leistungsfähigkeit verlassen kann: der Plan muss aber Hand und Fuß haben; Das alles hatte Hand und Fuß und sprach für die Gewissenhaftigkeit des Professors [Weber, Tote 96]);
[bei etwas selbst mit] Hand anlegen (bei einer Arbeit [aus freiem Antrieb] mithelfen: der Chef muss selbst mit Hand anlegen; sie bestand darauf, überall mit Hand anzulegen, und das Komische war, dass sie sich immer die schwersten Arbeiten aussuchte [Hilsenrath, Nacht 44]);
die/seine/die hohle Hand aufhalten/hinhalten (umgangssprachlich; für Trinkgelder, finanzielle Zuwendungen o. Ä. sehr empfänglich sein);
keine Hand rühren (umgangssprachlich; jemandem nicht helfen, nicht beispringen, obwohl man sieht, dass er sich sehr abmühen muss);
Hand an sich legen (gehoben; sich mit einer Waffe töten, Selbstmord begehen: Ein Segelmacher, der dem Wasser zuvorkam und Hand an sich legte, starb als Erster [Ransmayr, Welt 34]);
Hand an jemanden legen (gehoben; jemanden tätlich angreifen [und töten]);
[die] letzte Hand an etwas legen (die letzten abschließenden Arbeiten an etwas ausführen);
jemandem die Hand [zum Bund] fürs Leben reichen (gehoben; jemanden heiraten);
sich/(gehoben:) einander die Hand reichen können (im Hinblick auf ein bestimmtes, meist negativ beurteiltes Verhalten gleich sein: ihr beide könnt euch die Hand reichen, von euch ist einer so unzuverlässig wie der andere);
jemandem die Hände schmieren/versilbern (umgangssprachlich; jemanden bestechen);
alle/beide Hände voll zu tun haben (umgangssprachlich; sehr beschäftigt sein; viel zu tun, viel Arbeit haben; mit etwas große Mühe haben: ich habe im Augenblick beide Hände voll zu tun, kannst du nicht ein anderes Mal kommen?; Eine Abwehr hat alle Hände voll zu tun mit diesem Fußballer [Kicker 6, 1982, 4]);
sich die Hand für jemanden, etwas abhacken/abschlagen lassen (umgangssprachlich; sich vorbehaltlos und uneingeschränkt für jemanden, etwas verbürgen);
jemandem auf etwas die Hand geben (von etwas fest überzeugt sein und dies jemandem versichern: das wird so kommen, darauf geb ich dir die Hand);
die Hände in den Schoß legen, in die Taschen stecken (1. sich ausruhen, einmal nichts tun. 2. sich untätig verhalten, wo man eigentlich helfend eingreifen müsste);
die/seine Hand auf etwas halten (umgangssprachlich; dafür sorgen, dass etwas nicht verschwenderisch ausgegeben oder verbraucht wird);
die Hand auf der Tasche halten (umgangssprachlich; nicht leicht Geld ausgeben, geizig sein);
die/seine Hand auf etwas legen (gehoben; von etwas Besitz ergreifen);
bei etwas die/seine Hand, seine Hände [mit] im Spiel haben (bei etwas heimlich beteiligt sein: schon nach wenigen Tagen war klar, dass der CSU-Chef … seine Hand im Spiel hatte bei der Aktion [W. Brandt, Begegnungen 55]);
überall seine Hand/seine Hände im Spiel haben (überall mitreden und seinen Einfluss geltend machen);
seine Hände in Unschuld waschen (gehoben; beteuern, dass man an einer Sache nicht beteiligt war und darum nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, dass man mit bestimmten Vorgängen nichts zu tun hat; nach Matthäus 27, 24 und Psalm 26, 6; Pilatus wusch sich vor der Verurteilung Jesu die Hände zum Zeichen, dass er an seinem Tode unschuldig sei);
für jemanden, etwas die/seine Hand ins Feuer legen (sich vorbehaltlos und uneingeschränkt für jemanden, etwas verbürgen; bezogen auf die mittelalterlichen Feuerurteile, bei denen der Angeklagte, um seine Unschuld zu beweisen, seine Hand ins Feuer halten musste und als unschuldig galt, wenn er keine Verbrennungen erlitt: Dafür jedenfalls möchte ich die Hand ins Feuer legen: der Obertertianer … ist nur durch Herrn Blocks Blick zu seiner Tat vergiftet worden [Erné, Fahrgäste 55]);
die Hand in anderer, fremder Leute Taschen haben (auf Kosten anderer leben);
die Hände überm Kopf zusammenschlagen (umgangssprachlich; über etwas sehr verwundert oder entsetzt sein; eigentlich eine Gebärde, durch die man in der Gefahr den Kopf zu schützen sucht);
die/seine Hand über jemanden halten (gehoben; jemandem Schutz, Beistand gewähren; nach einem alten Rechtsbrauch, nach dem jemand, dem das Begnadigungsrecht zustand, die Hand über einen Angeklagten oder Verurteilten halten konnte, wodurch dieser außer Verfolgung gesetzt wurde);
jemandem die Hände unter die Füße breiten (umgangssprachlich; jemandem alles so leicht machen wie nur möglich, ihm alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen);
die/seine Hand von jemandem abziehen (gehoben; jemandem seinen Schutz, seine Hilfe oder Zuwendung entziehen; nach 4. Mose 14, 34);
zwei linke Hände haben (umgangssprachlich; für manuelle Arbeiten sehr ungeeignet sein);
eine lockere/lose Hand haben (dazu neigen, jemandem schnell eine Ohrfeige zu geben);
eine milde/offene Hand haben (gern geben; freigebig sein);
eine glückliche Hand [bei etwas] haben, zeigen, beweisen (bei etwas besonderes Geschick haben, zeigen, intuitiv richtig handeln, vorgehen: bei der Auswahl der Bewerber hatte er keine glückliche Hand; der Trainer … bewies einmal mehr seine glückliche Hand, als er … einen Mann von der Bank holte, der … gegen den Bundesligisten besonders motiviert war [Kicker 82, 1981, 50]);
eine grüne Hand haben (umgangssprachlich; bei der Pflege von Pflanzen in Bezug auf das Gedeihen guten Erfolg haben: Es grünt und blüht auf allen Wegen … Haben Sie eine grüne Hand? [Hörzu 14, 1977, 5]);
klebrige Hände haben (umgangssprachlich; zum Stehlen neigen);
schmutzige Hände haben (gehoben; in eine ungesetzliche Angelegenheit verwickelt, an etwas [mit]schuldig sein);
linker Hand, rechter Hand (links/rechts: Linker Hand jetzt der Park, Laubwald und Wiesen [Bastian, Brut 157]; Er wusste, dass rechter Hand gleich eine untergeordnete Straße … kommen musste [Bastian, Brut 102]);
jemandem etwas an die Hand geben (jemandem etwas geben, überlassen, zur Verfügung stellen, was dieser für einen bestimmten Zweck braucht: der Bevollmächtigte gab ihm das angeforderte Material an die Hand; Dadurch wird dem Leser ein umfassendes Werk zur Besteuerung der betrieblichen Altersversorgung … an die Hand gegeben [NJW 19, 1984, XXVIII]);
jemandem [bei etwas] an die Hand gehen (jemandem bei einer Arbeit durch Handreichungen o. Ä. helfen, ihn bei der Arbeit unterstützen: sie klagte darüber, dass ihr bei der Hausarbeit nie jemand an die Hand ginge);
jemanden an der Hand haben (umgangssprachlich; jemanden kennen, zu jemandem Verbindung haben, den man gegebenenfalls für bestimmte Dienste in Anspruch nehmen kann: er hat einen guten Rechtsanwalt an der Hand);
sich etwas an beiden Händen abzählen/abfingern können (umgangssprachlich; sich etwas leicht denken, etwas leicht vorhersehen können);
[klar] auf der Hand liegen (umgangssprachlich; ganz offenkundig, klar erkennbar, eindeutig sein: Es lag auf der Hand, dass der Ausgang der Volksabstimmung nicht nur für die französische Innenpolitik … Folgen haben würde [W. Brandt, Begegnungen 161]; Die Sache liegt ganz klar auf der Hand Wir müssen weg [Brot und Salz 229]; Die Vorteile … liegen auf der Hand Sie sind preiswerter als aufwendige Modellversuche [CCI 2, 1995, 15]);
[bar] auf die [flache] Hand (umgangssprachlich; sofort in bar [und ohne weitere Abzüge]: sie wollte keinen Scheck, sondern alles bar auf die flache Hand; wo jeder Werktätige das ihm Zukommende entweder bar auf die Hand erhält oder auf sein Lohnkonto überwiesen [Heym, Schwarzenberg 197]; Viertausendfünfhundert Mark! … Legt denen viertausendfünfhundert bar auf die Hand! [Brot und Salz 9]);
auf die Hand bekommen (als Bargeld erhalten: er gibt immer alles aus, was er auf die Hand bekommt; Unser Meister bekommt weniger auf die Hand als die guten Facharbeiter bei uns [Freie Presse 14. 10. 89, 3]);
jemanden auf Händen tragen (jemanden, dem man zugetan ist, sehr verwöhnen, alles für ihn tun; nach Psalm 91, 11, 12);
aus der Hand (ohne Unterlagen, ohne genauere Prüfung: so aus der Hand kann ich es nicht genau sagen);
aus erster Hand (1. vom ersten Besitzer: Gebrauchtwagen aus erster Hand; er hat das Auto aus erster Hand gekauft. 2. [in Bezug auf Informationen, Nachrichten] aus sicherer Quelle: die Nachricht ist, stammt aus erster Hand);
aus zweiter Hand (1. gebraucht, nicht neu: etwas aus zweiter Hand kaufen. 2. vom zweiten Besitzer: er hat sein Auto aus zweiter Hand. 3. von einem Mittelsmann: die Nachricht stammt aus zweiter Hand);
aus, von privater Hand (von einer Privatperson: etwas von privater Hand kaufen);
jemandem aus der Hand fressen (umgangssprachlich; jemandem so ergeben sein oder von jemandem innerlich so abhängig sein, dass man alles tut, was er von einem erwartet oder verlangt: Bruder Benno … frisst dem Kaplan aus der Hand, weil er um seine Existenz bangt [Ziegler, Gesellschaftsspiele 31]);
etwas aus der Hand geben (1. etwas weggeben, [vorübergehend] einem anderen überlassen, anvertrauen: ein wertvolles Buch nicht aus der Hand geben; Wer gibt solche lebenswichtigen Trümpfe ohne Not aus der Hand? [Gruhl, Planet 301]. 2. ein Amt oder dergleichen nicht länger innehaben wollen, auf seine Weiterführung verzichten: der Senior hat die Leitung des Unternehmens aus der Hand gegeben);
[aus der] Hand spielen (Skat; spielen, ohne den Skat aufzuheben: einen Grand aus der Hand spielen; ich spiele Pik Hand);
jemandem etwas aus der Hand nehmen (jemandem etwas entziehen, wegnehmen: diese Rechte lassen wir uns nicht mehr aus der Hand nehmen; man hat vergeblich versucht, ihm die Entscheidungsgewalt wieder aus der Hand zu nehmen);
etwas bei der Hand haben (1. etwas greifbar haben: hast du einen Bleistift bei der Hand? 2. um etwas nicht verlegen sein, etwas parat haben: natürlich haben die beiden Ausreden bei der Hand);
[mit etwas] schnell/rasch bei der Hand sein (umgangssprachlich; sehr schnell, voreilig, unbedacht urteilen, sich äußern, reagieren usw.: er ist [allzu] schnell bei der Hand, einen anderen zu verurteilen; flink war er mit dem Urteilen und Verurteilen bei der Hand [Loest, Pistole 52]);
durch jemandes Hand/Hände gehen (im Laufe der Zeit, einer gewissen Zeit von jemandem bearbeitet, behandelt, gebraucht werden: wie viel Patienten sind in all den Jahren durch seine Hände gegangen?; in diesen 22 Jahren …, in denen zirka 20 500 Kinder durch die Hände der Schwester in den Beratungsstellen hindurchgegangen sind [Vaterland 27. 3. 85, 26]);
[schon/bereits] durch viele Hände gegangen sein (schon häufig den Besitzer gewechselt haben);
hinter vorgehaltener Hand (im Geheimen, inoffiziell: etwas hinter vorgehaltener Hand sagen; bei den Immunologen sprach man hinter vorgehaltener Hand davon, dass der israelische Forscher nicht mehr ganz richtig im Kopf sei [Spiegel 10, 1988, 160]; … bei dessen Verlobten er einmal nicht hatte landen können, wie der Oetzinger hinter vorgehaltener Hand verbreitet hatte [Kühn, Zeit 71]);
[mit jemandem] Hand in Hand arbeiten (so [mit jemandem] zusammenarbeiten, dass man sich gegenseitig ergänzt, sodass im Arbeitsablauf Stockungen vermieden werden: Der VEB Turbinenbau … und vor allem die Energiewirtschaft müssen beim Wiederingangsetzen mit uns Hand in Hand arbeiten [Freie Presse 29. 11. 89, 5]);
mit etwas Hand in Hand gehen (mit etwas ↑ "einhergehen" [2]: mit einer Rezession geht meist ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit Hand in Hand; Selbstmitleid und Missgunst gehen jetzt Hand in Hand [Reich-Ranicki, Th. Mann 174]; die Schwankungen unseres Selbstbewusstseins, die Hand in Hand mit unserer Geschichte gehen und unsere Identität beeinflussen [R. v. Weizsäcker, Deutschland 42]);
in die Hände spucken (umgangssprachlich; ohne Zögern und mit Schwung an die Arbeit gehen);
jemandem, einer Sache in die Hand/in die Hände arbeiten (etwas tun, womit man unbeabsichtigt jemandem hilft, einer Sache Vorschub leistet: durch sein Verhalten hat er den Gangstern in die Hände gearbeitet);
jemanden, etwas in die Hand/in die Hände bekommen/kriegen ([durch Zufall] einer Person oder Sache habhaft werden: wenn sie ihn in die Hände bekommen, ist er verloren; die Dokumente darf er niemals in die Hand bekommen; Mit dem Mikrofon hat der Komödiant oder Vortragskünstler auf der Bühne eine unschlagbare Waffe in die Hand bekommen [Gregor-Dellin, Traumbuch 119]);
jemandem in die Hand/in die Hände fallen, kommen (durch Zufall von jemandem gefunden werden: diese Lampe ist mir beim Stöbern auf einem Trödelmarkt in die Hände gefallen; in einer Buchhandlung fällt ihr Thomas Manns Erzählung in die Hände [Reich-Ranicki, Th. Mann 102]);
jemandem in die Hände fallen (1. in jemandes Besitz kommen: die Dokumente sind einem ausländischen Geheimdienst in die Hände gefallen; … um es aber … wieder aufzulesen, als fürchte er, dass es einem Unberufenen in die Hände fallen könnte [Hilsenrath, Nacht 236].] 2. in jemandes Gewalt geraten: der Spähtrupp ist dem Feind in die Hände gefallen);
jemanden, etwas in jemandes Hand geben (gehoben; jemanden, etwas jemandem überantworten: Die Zukunft des deutschen Volkes war völlig in die Hand der Sieger gegeben [Niekisch, Leben 382]);
etwas in der Hand haben (1. etwas [worauf man sich stützen kann, was einem eine Handhabe bietet] haben: er hat wichtige Dokumente in der Hand, womit er sie erpressen kann. 2. Entscheidungsgewalt über etwas besitzen: Jetzt habt ihr es nämlich in der Hand Wenn ihr wollt, tunkt ihr unsereinen ein, ganz mir nichts, dir nichts [Frischmuth, Herrin 89]);
jemanden in der Hand haben (jemanden in seiner Gewalt haben, ihn lenken können; jemandes völlig sicher sein: bis ich mich … im Netz meines schlechten Gewissens verstrickte. Er wusste, dass er mich in der Hand hatte [Ziegler, Labyrinth 241]; sie haben es gewusst … sie haben ihn über mehr als ein Jahrzehnt in der Hand gehabt [Härtling, Hubert 335]);
sich in der Hand haben (sich in der Gewalt, unter Kontrolle haben, sich beherrschen können: ihre Spannung ist nicht geringer als seine, aber sie hat sich besser in der Hand [Heym, Nachruf 222]; Jürgen glaubt, sich einigermaßen in der Hand zu haben [Chotjewitz, Friede 251]);
etwas in Händen halten (über etwas verfügen: Er … ist sich .. der Macht, die er in Händen hält, … gar nicht bewusst [Dönhoff, Ära 58]);
etwas in jemandes Hand/Hände legen (gehoben; jemanden mit etwas betrauen: Er führe am Nachmittag nach Berlin, teilte er mit, und legte die Leitung des Turniers kommissarisch in die Hände von Pittelbach [Loest, Pistole 141]);
in jemandes Hand liegen/stehen (gehoben; in jemandes Macht, Verantwortung gegeben sein);
etwas in die Hand nehmen (sich einer Sache annehmen, sich um etwas kümmern: Sie war froh, dass Paul alles in die Hand nahm, was sie schleifen lassen musste [Plenzdorf, Legende 153]);
in jemandes Hand sein (in jemandes Gewalt sein);
in festen Händen sein (umgangssprachlich; einen festen Freund, eine feste Freundin haben, nicht mehr frei sein für eine Bindung: Dabei ist auch sie längst wieder in festen Händen: Ihr derzeitiger Freund ist der Fotograf [Hörzu 44, 1976, 51]);
in guten, sicheren usw. Händen sein (in guter, sicherer usw. Obhut, Betreuung sein);
jemandem etwas in die Hand/in die Hände spielen (jemandem etwas zuspielen: der Geheimdienst spielte dem Generaldirektor das brisante Dossier in die Hände);
jemandem etwas in die Hand versprechen (jemandem etwas fest versprechen);
in jemandes Hand/Hände übergehen (in jemandes Besitz übergehen: mit der gesamten Erbschaft ging auch die Firma in die Hände der Nichte über);
mit Händen zu greifen sein (offenkundig, für jedermann erkennbar, wahrnehmbar sein: die Spannung im Raum war mit Händen zu greifen);
sich mit Händen und Füßen [gegen jemanden, etwas] sträuben/wehren (umgangssprachlich; sich auf das Heftigste [gegen jemanden, etwas] wehren, sträuben: als man sie festnehmen wollte, wehrte sie sich mit Händen und Füßen; Goldberg wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die feministische Front [Wilhelm, Unter 147]; Reagan hat sich bis jetzt mit Händen und Füßen gewehrt, einem Gesetz seine Zustimmung zu erteilen, dem auch nur der leiseste Geruch von Protektionismus anhaftet [taz 8. 1. 87, 3]);
mit leeren Händen (1. ohne eine Gabe mitzubringen: zu der Party war keiner mit leeren Händen gekommen. 2. ohne in einer bestimmten Sache etwas erreicht zu haben, ohne greifbares positives Ergebnis: auf keinen Fall wollte sie von ihrer Mission mit leeren Händen zurückkommen);
mit leichter Hand (ohne Anstrengung oder krampfhafte Bemühung);
mit der linken Hand (umgangssprachlich; mit links: seine Schularbeiten macht er mit der linken Hand);
mit sanfter Hand (auf ↑ {{link}}sanfte{{/link}} [4 b] Art);
mit starker/fester/eiserner Hand (tatkräftig, streng: der Monarch regierte sein Volk mit fester Hand);
mit vollen Händen (in verschwenderisch großer Menge: sein, das Geld mit vollen Händen ausgeben, verschenken, zum Fenster hinauswerfen; Sie verteilten mit vollen Händen Informationsbroschüren und Kondome: Gestern war Weltaidstag [taz 2. 12. 94, 21]; Die Männer fressen und saufen und huren, sie verschleudern das unter Todesgefahr verdiente Geld mit vollen Händen [Zeit 3. 1. 97, 39]);
um jemandes Hand anhalten/(seltener:) bitten (gehoben; jemandem einen Heiratsantrag machen: so wurde die selbstsichere und keineswegs auf den Mund gefallene Studentin auch von jenen umgeben, die um ihre Hand anhielten [Reich-Ranicki, Th. Mann 240]);
jemanden um jemandes Hand bitten (gehoben veraltend; jemanden [dessen Tochter man heiraten möchte] um die Einwilligung bitten, jemanden zu heiraten);
unter der Hand (im Stillen, heimlich und unter Missachtung geltender Regeln: etwas unter der Hand regeln, verkaufen; etwas unter der Hand erfahren; Informationen unter der Hand weitergeben; einen Posten unter der Hand vergeben; Handelsbeziehungen, die auch schon zur Zeit der Apartheid unter der Hand mit Dutzenden von afrikanischen Ländern bestanden, wurden offiziell besiegelt [taz 10. 4. 92, 8]; unter der Hand (über inoffizielle Kanäle) hörte man freilich alliierte Ratschläge [W. Brandt, Begegnungen 297]);
etwas unter den Händen haben (etwas in Arbeit haben);
jemandem unter den Händen zerrinnen ([besonders in Bezug auf Geld, Vermögen] sich schnell verringern, aufzehren);
von jemandes Hand (gehoben; durch jemanden, jemandes Tat: schwerer … lag der Tod Viktors auf ihm, der von seiner Hand gestorben war [Hesse, Narziß 195]);
jemandem [gut, flott usw.] von der Hand gehen ([in Bezug auf eine Arbeit, Tätigkeit] von jemandem rasch, ohne Schwierigkeiten erledigt, geschafft werden: Da gibt es Zeiten, wo alles nur so flutscht und die Arbeit von der Hand geht [Freie Presse 19. 11. 87, 3]; Faul bist du nicht, … und dusslig kannst du auch nicht sein, sonst würde dir nicht alles so flott von der Hand gehen [Danella, Hotel 173]);
etwas von langer Hand vorbereiten, planen usw. (etwas lange und sorgfältig vorbereiten, planen usw.; vgl. spätlateinisch longa manu = langsam [eigentlich = mit langer Hand]: Die Polizeiaktion war von langer Hand vorbereitet [MM 20. 5. 75, 17]; Die Flucht nach Übersee hatte Casper offensichtlich von langer Hand geplant [Spiegel 46, 1993, 124]; von langer Hand eingefädelte Betrügereien mit immensen Gewinnspannen [Zeit 15. 2. 85, 20]);
etwas von der Hand weisen (etwas [als unzutreffend, unzumutbar, abwegig] zurückweisen: ich würde das nicht ohne Weiteres von der Hand weisen);
sich nicht von der Hand weisen lassen/nicht von der Hand zu weisen sein (offenkundig sein, nicht zu verkennen sein, sich nicht ausschließen lassen; wohl mit Bezug darauf, dass etwas, was sich auf der Hand befindet, deutlich sichtbar ist: diese Möglichkeit ist nicht [ganz] von der Hand zu weisen; Der Riesenessay ist antithetisch entworfen und dies mit so großer Konsequenz, dass sich der Gedanke an … Schwarzweißmalerei nicht immer von der Hand weisen lässt [Reich-Ranicki, Th. Mann 170]; … wie die Dinge sich nun einmal entwickelt hatten, war es nicht ganz von der Hand zu weisen, dass der Christengott über die Heidengötter so etwas wie einen Sieg davongetragen hatte [Thieß, Reich 231]);
von der Hand in den Mund leben (seine Einnahmen sofort für seine Lebensbedürfnisse wieder ausgeben [müssen]; ohne finanziellen Rückhalt leben);
von Hand zu Hand gehen (häufig den Besitzer wechseln);
zur linken Hand, zur rechten Hand (links, rechts);
zu treuen Händen (gehoben, oft scherzhaft; [in Bezug auf etwas, was man einem anderen zur vorübergehenden Benutzung, zur Aufbewahrung anvertraut] zur guten, sorgsamen Behandlung, Verwahrung: hier hast du meinen Pulli zu treuen Händen – Wiedersehen macht Freude; vor seiner Abreise hatte er das Haus und die Schlüssel seinem Freund zu treuen Händen übergeben);
etwas zur Hand haben (etwas greifbar, verfügbar, bereithaben: So wenigstens lehrt es ein kleines Buch, das ich zur Hand habe [Frisch, Montauk 104]);
zur Hand sein (greifbar, verfügbar, vorhanden sein: eine Schere war gerade nicht zur Hand);
mit etwas zur Hand sein (etwas bereit, verfügbar haben, damit zur Stelle sein: mit guten Angeboten ist er stets zur Hand; In der Bundeshauptstadt war man zwar oft mit starken Worten zur Hand, doch scheute man dafür das … volle Engagement [W. Brandt, Begegnungen 34]);
jemandem zur Hand gehen (jemandem bei einer Arbeit durch Handreichungen helfen: Er sollte dem Leiter der Finanzabteilung zur Hand gehen [Härtling, Hubert 248]; Das lag an der verwitweten Frau Ferber, die ihm in der Küche zur Hand ging [Brückner, Quints 58]);
zu Händen/(österreichisch, schweizerisch:) Handen ([bei Briefanschriften an eine übergeordnete Stelle in Verbindung mit dem Namen der Person, in deren Hände die Postsache gelangen soll] zu übergeben an; Abkürzungen: z. H., z. Hd., z. Hdn.: zu Händen/Handen [von] Herrn Müller, (selten:) des Herrn Müller);
Geld in die Hand nehmen ([für einen bestimmten Zweck] Geld einsetzen, aufwenden).
2. (veraltend) Kurzform von [Hand]schrift:
eine saubere, leserliche, ausgeschriebene Hand.
3. (Fußball) Handspiel:
absichtliche Hand;
angeschossene Hand (unabsichtliches Handspiel, bei dem sich Hand oder Arm nicht zum Ball bewegen);
der Schiedsrichter pfiff Hand, entschied auf Hand;
(Ruf, wenn ein Spieler den Ball mit der Hand berührt) Hand!
4. (Boxen Jargon) Schlag, Treffer:
er brachte im Nahkampf immer einige Hände mehr unter als sein Gegner;
nach einer schweren rechten Hand (Schlag mit der rechten Faust) musste er auf die Bretter.
5. (Reiten)
a) Kurzform von ↑ "Vorhand" (3);
b) Kurzform von ↑ "Mittelhand" (2);
c) Kurzform von ↑ "Hinterhand" (2).
Sie können einen Link zu dem Wort setzen

Ansicht: Hand