Duden ‒ Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
hämmern
hạ̈m|mern [mittelhochdeutsch hemeren]:1. a) mit dem ↑ "Hammer" (1) arbeiten, schlagen, klopfen:
wir hörten ihn im Keller hämmern;
die Handwerker hämmerten den ganzen Tag;
überall ratterten Maschinen und zischte und hämmerte es (Schnurre, Bart 9);
b) mit dem ↑ "Hammer" (1) bearbeiten:
Blech, Zinn, Silber hämmern;
Ü die Kunst, Worte so fein zu hämmern, dass sie wie unsichtbare Strahlen in Herzen drangen (Strittmatter, Wundertäter 274);
c) [durch Bearbeitung] mit einem Hammer, hämmernd herstellen:
Kupfergefäße hämmern;
eine gehämmerte Schale, gehämmerter Schmuck;
erzählt Bunyan, wie ein Christenleben gehämmert wird – viel stärker, als er es mit seinen Kesseln tat (Nigg, Wiederkehr 32).
2. in kurzen [rhythmischen] Abständen heftig an, auf, gegen etwas schlagen, klopfen:
[mit den Fäusten] an die Wand hämmern;
er hämmert (Boxen Jargon; schlägt sehr schnell und immer wieder) in die Körperpartien des Gegners;
man hört einen Specht hämmern (an der Baumrinde klopfen);
Ü Hagelkörner hämmerten an die Fensterscheiben, auf das Dach;
der Klöppel hämmert gegen die Glocke;
Absätze, Schritte hämmern über das Parkett;
jedenfalls erzwingt er sich, indem er mit dem Fingerring ans Mikrophon hämmert, wieder Ruhe und Aufmerksamkeit (Richartz, Büroroman 150);
Oben hämmerte Rosa gegen die Mansardentür (Jaeger, Freudenhaus 308);
Sie hämmert damit auf meinen Kopf und die Schläfen (Straessle, Herzradieschen 128);
Es war kein dumpfes Pochen mehr, sondern ein wütendes Hämmern (Ott, Haie 183);
Ihre Stöckelabsätze hämmerten (Härtling, Hubert 105).
3. (in Bezug auf Herz und Puls) heftig, rasch schlagen, klopfen:
der Puls der Sprinterin hämmert;
sein Herz hämmerte bis in den Hals [hinein];
in seinen Schläfen hämmerte das Blut (das pulsierende Blut, der Puls);
Das sagt sie ganz lässig, während ihr Herz vor Aufregung hämmert (Freizeitmagazin 26, 1978, 11);
Ü Es wachsen Schwielen darin und Wasserblasen, heiß und hart, in denen der Schmerz hämmert (Müller, Niederungen 28).
4. (umgangssprachlich) ein Geräusch, das dem von Hammerschlägen ähnlich ist, hervorbringen; mit einem anhaltenden, einem Stakkato ähnlichen Geräusch in Tätigkeit sein:
eine Schreibmaschine, ein Klavier hämmerte im Nebenraum;
aus den Autos hämmern laut und protzig Diskoklänge (SZ 18. 5. 84, 15);
Am andern Morgen hämmerte ihn der Wecker (riss ihn der Wecker mit hämmerndem Geräusch) aus dem Schlaf (Fels, Unding 23).
5. (umgangssprachlich)
a) laut, abgehackt, kunstlos spielen:
Auf dem … Flügel hatte einer … einen Rag gehämmert (Fries, Weg 282);
Die Bordkapelle hämmerte einen dreifachen Tusch (Konsalik, Promenadendeck 345);
b) (mit der Schreibmaschine) langsam, ungeschickt, unangenehm laut schreiben:
nebenan hämmert jemand auf einer Schreibmaschine;
Er spannte einen Bogen ein und hämmerte … ein paar Worte darauf (Kuby, Sieg 364);
… dessen Beamte jeden zweiten Tag eine »Nötigungsanzeige« in ihre Schreibmaschine hämmern (ADAC-Motorwelt 1, 1987, 43).
6. (umgangssprachlich) (durch häufiges, wiederholtes Hinweisen, Erinnern oder dergleichen) jemandem etwas fest, nachdrücklich einprägen:
man muss ihm das immer wieder ins Bewusstsein, in den Schädel hämmern;
er hämmert dem Leser diese eine Aufgabe unaufhörlich ins Gewissen (Nigg, Wiederkehr 83).
7. (Fußballjargon) [den Ball] mit Wucht [in eine bestimmte Richtung] schießen:
aus vollem Lauf aufs Tor hämmern;
einen Ball ins Tor hämmern.
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