Duden ‒ Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
Gleis
Gleis, das; -es, -e [↑ "Geleise"]:a) aus zwei in gleichbleibendem Abstand voneinander laufenden [auf Schwellen verlegten] Metallschienen bestehende Fahrspur für Schienenfahrzeuge:
Gleise verlegen, erneuern;
Überschreiten der Gleise verboten!;
der Zug läuft auf Gleis 5 ein;
der Zug fährt von, aus Gleis acht ab;
die Räder sind aus dem Gleis gesprungen;
ein totes Gleis (Gleis, das nicht mehr benutzt wird);
Ü auf/in ein falsches Gleis geraten;
Ich fühlte, unsere Unterhaltung geriet … auf ein gefährliches Gleis (Fallada, Herr 14);
als die deutsche Politik auf ein neues Gleis gestellt wurde (W. Brandt, Begegnungen 220);
jemanden, etwas auf ein totes Gleis schieben (jemanden seines Wirkungsbereichs, Einflusses berauben; einer Sache keine weitere Bedeutung beimessen, sie in Vergessenheit geraten lassen: die Reformen dürfen nicht wieder auf ein totes Gleis geschoben werden; der Parteisekretär wurde mit diesem Posten auf ein totes Gleis geschoben);
etwas aufs Gleis setzen/stellen/bringen (etwas einführen, in die Wege leiten: das neue Projekt wurde aufs Gleis gesetzt/gestellt/gebracht);
[in den folgenden Wendungen bedeutet »Gleis« ursprünglich die eingefahrene Spur der Wagenräder auf Landstraßen, auf deren Einhalten der Fahrer zu achten hatte] aus dem Gleis kommen/geraten (die gewohnte Ordnung und Regelmäßigkeit verlieren: 77 Prozent der … Wähler haben das Gefühl, dass die Innen- und Außenpolitik aus dem Gleis geraten sind [Saarbr. Zeitung 12./13. 7. 80, 3]);
jemanden aus dem Gleis bringen/werfen (jemanden aus der gewohnten Ordnung reißen: Diese Sache mit Otto und Anna muss ihn viel mehr aus dem Gleis geworfen haben, als er bisher gedacht hat [Fallada, Jeder 17]);
im Gleis sein (in Ordnung sein);
wieder ins [rechte] Gleis kommen (sich wieder richtig einspielen; die gewohnte Ordnung zurückgewinnen);
wieder ins [rechte] Gleis bringen (zurechtrücken, in Ordnung bringen);
sich in ausgefahrenen Gleisen bewegen (einfallslos handeln, nichts Neues bieten);
b) (selten) einzelne Schiene des Gleises (a):
er lief zwischen den Gleisen entlang;
Durch die Wucht des Aufpralls wurde die … Lok … aus den Gleisen gehoben (MM 28. 8. 69, 11); K eingefahrene Spur der Räder von Fuhrwerken auf der Landstraße:
aus dem Gleis gedrängt, nach dem Rande des Hochwegs irrte das knarrende Rad (Goethe, Hermann u. Dorothea 1, 137 f.)
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