Herbert Vorgrimler. Neues Theologisches Wörterbuch
Perichorese
   (griech. = gegenseitige Durchdringung), in der antiken griech. Philosophie Bezeichnung für das Verhältnis von Leib u. Seele, vom 4. Jh. an in der Christologie im Hinblick auf die zwei Naturen in Jesus Christus verwendet, von Johannes von Damaskus († 749) an vom gegenseitigen Insein von Vater u. Sohn aus (Joh 10, 38) trinitätstheologisch thematisiert. Das Verständnis der P. als ”Beziehungsgeschehen“ oder ”gegenseitige Lebensvermittlung von Personen“ ist ein phantastisches Konstrukt (moderne Spekulationen gehen bis zur Geschmacklosigkeit: vom antiken Theatergebrauch des Wortes P. aus wird die göttliche Trinität mit einem Männerballett verglichen, drei ”Tänzer“ eines göttlichen Liebestanzes). Die P. ist eine Umschreibung des einen, in drei unterschiedlichen Lebens- u. Gegebenheitsweisen differenzierten göttlichen Wesens.
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