Herbert Vorgrimler. Neues Theologisches Wörterbuch
Novatianismus
   ist nach dem römischen Presbyter Novatian (Mitte des 3. Jh.) benannt u. bezeichnet eine rigorose Auffassung der Bußdisziplin. Nach dem N. soll die Kirche den vom Glauben Abgefallenen u. überhaupt allen ”Todsündern“, die die Taufgnade ja verloren hätten, auch bei reuiger Umkehr die Wiederversöhnung mit der Kirche, die Praxis kirchlicher Gemeinschaft u. die Absolution für immer versagen; sie müsse solche Sünder der Gnade Gottes allein überlassen. Weil Papst Cornelius den in der Christenverfolgung schwach Gewordenen die Versöhnung gewährte, verschaffte sich Novatian von einigen italienischen Bischöfen die Bischofsweihe u. versuchte, von Rom aus eine Gegenkirche zu organisieren (erster ”Gegenpapst “ der Kirchengeschichte). Noch im 6. Jh. scheint der N. Gemeinden gebildet zu haben, da er auch nach seiner Verurteilung durch das Konzil von Nikaia 325 von griechischen Bischöfen noch jahrhundertelang bekämpft wurde.
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