Herbert Vorgrimler. Neues Theologisches Wörterbuch
Frühkatholizismus
   ist ein Begriff der ev. Theologie, mit dem konfessionellkirchliche Unterschiede zwischen Katholizismus u. Protestantismus bereits in den ersten Jahrzehnten des Christentums gekennzeichnet u. Merkmale der ”katholizistischen“ Eigenart erforscht werden sollen. Die ersten Theorien sahen bei F. Ch. Baur († 1860) den Katholizismus als notwendige, wenn auch überholte Synthese von Judaismus u. Paulinismus, bei A. von Harnack († 1930) als Verbindung von Evangelium u. Hellenismus mit der besonderen Anspruchsform des Dogmas. Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühten sich ev. Exegeten vor allem um den F. innerhalb des NT , um Analyse von Merkmalen (Sakramente, Kirchenverfassung, Verhältnis zum Gesetz), die im Gegensatz zur ”Mitte der Schrift“ stünden u. die im lukanischen Doppelwerk, in den Pastoralbriefen, in Jak u. 2 Petr gesucht wurden. Die Diskussion erstreckte sich auf die Einheit der Schrift im heute faktisch gegebenen Kanon u. auf die Frage nach einem ”Kanon im Kanon “. Insgesamt zeigte sie die Relevanz u. Problemstellungen einer biblischen Hermeneutik .
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