Herbert Vorgrimler. Neues Theologisches Wörterbuch
Entwicklung
   in einem engeren Sinn die Ausfaltung (Explikation) eines ”eingefalteten“ (impliziten) Gedankengangs, in weiterem Sinn die ”allmähliche, kontinuierliche u. unumkehrbare Veränderung in der Zeit“ (H. M. Baumgartner † 1999). Entwicklungsdenken prägt mehrereWissenschaften in entscheidendem Sinn. In der alten Metaphysik nahm die E. die Gestalt von Emanation(en) an, im Mittelalter auch als Entfaltung des Mannigfaltigen aus dem Einfachen u. Absoluten verstanden. In der Neuzeit wurde dieses Denken zuerst auf die Philosophie des Organischen übertragen u. dann in den naturwissenschaftlichen Theorien der Evolution wirksam. Philosophien über Teleologie, moralische Höherentwicklung, gesellschaftlichen Fortschritt prägten das 19. u. 20. Jh. Von größter aktueller Bedeutung ist die Ende des 19. Jh. entstandene Entwicklungspsychologie, die alle Lebensphasen, nicht nur Kindheit u. Jugend, umfaßt.
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