Herbert Vorgrimler. Neues Theologisches Wörterbuch
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   ist von den biblischen Offenbarungszeugnissen her ein theol. Begriff: Am A. zu sein u. schöpferisch einen A. der Kreaturen zu setzen, kommt Gott zu (Gen 1, 1; Jes 41, 4; Offb 1, 8; 21, 6) u. seinem Logos (Joh 1, 1; Offb 22, 13); im A. ist die Christozentrik aller Kreatur einbegriffen (Kol 1, 16 ff.); die Auferweckung Jesu ist der A. der neuen Schöpfung (1 Kor 15, 20–23). Dem seins- u. zeitmächtigen Dasein Gottes am A. entspricht sein geschichtsmächtiges, vollendendes Dasein am Ende. Buchstabensymbolisch wird das in der Schrift mit dem Prädikat Gottes bzw. Jesu Christi als des Alpha u. Omega ausgesprochen. – In der systematischen Theologie kommt der A., im Hinblick auf das schöpferischeWirken Gottes ausgesagt, mit dem Grund überein; A. ist nicht ein erster Moment, sondern die Begründung u. Ermöglichung dessen, was beginnen soll, überhaupt. Die Frage danach, wie das Vergängliche begründend erklärt werden könnte, war bereits eine Thematik der griech. Philosophie. Von einem wirklichen A. kann sodann nur bei der geistig-personalen Kreatur gesprochen werden, deren Zeit eine innere, qualifizierte Zeit ist. Wegen der ihr eigenen Transzendenz, die mit ihrem A. von Gott schöpferisch gesetzt ist, liegen Ziel u. Ende für die geistig-personale Kreatur verhüllt schon im A. So ist der A. für sie nicht das Zurückbleibende, sondern das immer mehr Einzuholende u. das sich Enthüllende. Im A. entspringt, was zeitlich an Gültigem ”gezeitigt“ werden soll (”Werde, was du bist“). A. u. Ende in diesem Sinn sind Themen der Protologie u. Eschatologie in der Dogmatik.
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