Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
wehen
ahd. wa(j)en, mhd. wæ(j)en, altgermanisch, ursprünglich starkes Verb auf indogermanischer Grundlage (griech. aenai ›wehen‹, wurzelverwandt "Wind"), -h- seit dem 8. Jahrhundert (L059 DWb), Schreibform wehen (vor wahen) durchgesetzt von den Grammatikern des 15./ 16. Jahrhunderts (L059 DWb); ›einen spürbaren Luftzug erzeugen‹, schwächer als ↑ "stürmen". Als Subjekt steht zunächst Windoder etwas Ähnliches (zuweilen auch unpersönlich es weht); literarisch Lindenwipfelwehn (G.Keller, Jugendgedenken); intransitiv, Objekt auch der vom Luftzug bewegte Gegenstand, in der Regel mit einer Richtungsbezeichnung; ein solcher Gegenstand auch Subjekt: Fahnen wehen (18. Jahrhundert), Wenn die bunten Fahnen wehen (Lied der Wandervogel-Bewegung); Kleider (mhd. ), Haare, Düfte (beide 18. Jahrhundert), Flammen (mhd. ) wehen; übertragen v. a. literarisch: was sie seufzt, das wehet himmelan (G.A.Bürger), nun wehen Lerchenlieder (Eichendorff), durch alle Haine weht die Trauerkunde(Lenau), so wehten töricht vorwärts die Gedanken(Chamisso); übertragen⊚⊚ daher weht (also) der Windso ist das also!‹, Hier weht ein anderer/ frischer/ neuer Wind (L333 Karl Friedrich Wilhelm Wander) ›ein neuer Geist ist zu spüren‹, sich frischen Wind um die Nase wehen lassenin die Welt gehen und Erfahrungen sammeln‹ (Iffland; L059 DWb).
Wehe Fem. , jüngere Bildung aus wehen, L305 Christoph Ernst Steinbach 1734: Windwehe, wofür L308 Kaspar Stieler 1691 Windwehung, heute zumeist Schneewehe.
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