Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
überfließen
(ahd. )1 selten als feste Zusammensetzung mit Akkusativ ›über etwas hinfließen‹: das Regenwasser überfließt die Felder; ein Glanz überfließt sein Antlitz;
2 gewöhnlich unfeste Zusammensetzung intransitiv, wie "fließen" mit doppelter Art von Subjekt: Wasser/ Wein ein Gefäß fließt über. An die letzte Art angeschlossen häufig übertragen: wovon das herz voll ist, davon überflieszt der mund (als feste Zusammensetzung J.K.Lavater, Predigten … Philemon 1,43; L059 DWb); umgangssprachlich vor Dankbarkeit überfließen. Die Vorstellung von einem Hinüberfließen mischt sich wohl ein bei Goethe: es [unser Herz] möchte überfließen in das Mitempfinden einer Kreatur. Früher nicht selten als feste Zusammensetzung gebraucht, er überfließt von Dank(Wieland); er überfließt in verliebten Scherz (Schiller); da überfloß sie von Witz(G.Keller). Zu (2) ↑ "Überfluß".
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