Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
transzendent
(1716; L081 FWb) < lat. gleichbedeutend transcendens (zu lat. transcendere ›hinübersteigen, übertreten‹); wissenschaftssprachlich, zunächst ⇓ "S130" mathematisch transzendente [›nicht algebraische‹] Gleichung, ursprünglich in der Form transcendentische Gleichung (1716 C.Wolff; L276 Alfred Schirmer, Mathematik); dann v. a. ⇓ "S168" philosophisch ›grenzübersteigend‹, speziell im Idealismus ›über das Wahrnehmbare hinausgehend, metaphysisch‹, auch abwertend transzendente Speculation (A231 Arthur Schopenhauer, Parerga; 5,211), bzw. allgemeiner ›abstrakt‹: die sachen nicht zu transcendent nehmen (Goethe; L059 DWb). Zunächst gleichbedeutendtranszendental (1756 transcendentalisch; L081 FWb); speziell in der Metaphysik von I.Kant im Gegensatz zu transzendent methodischer Begriff ›vor der Erkenntnis liegend und diese erst ermöglichend‹, dazu Transzendentalphilosophie: der Transcendentalphilosophie höchster Standpunct ist was Gott und die Welt unter Einem Princip synthetisch vereinigt (I.A153 Immanuel Kants handschriftlicher Nachlaß; AA 21,23); neu transzendentale Meditation (L081 FWb);
Transzendenz (1799 Herder; L081 FWb).
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