Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
Tal
(ahd. ) bei mitteldeutschen Schriftstellern früher auch Mask. , gemeingermanisch (got. dal[s], engl. dale), urverwandt russ. dol, griech. thólos ›Kuppelbau‹, Plural ursprünglich wie Singular, dann Tale, noch bei Hölderlin, Lenau, Dativ Talennoch bei Klopstock, Uhland, in Ortsnamen, allmählich zurückgewichen vor Täler(n) (schon mhd. teler); häufig Gegensatz ↑ "Berg": so hoher berg, so tiefer tal (16. Jahrhundert; L059 DWb), über Berg und Tal (L169 Matthias Kramer) als umfassende Landschaftsbezeichnung; kollektiv ›Bewohner eines Tales‹: Und aus Felsen hervor ziehet das jauchzende Thal (A131 Friedrich Hölderlin, Heimkunft); speziell im christlichen Glauben ›irdisches Leben‹: VNd ob ich schon wandert im finstern Tal (A180 Martin Luther, Psalm 23,4), auch im Sinne von ›Tod‹, häufig in der festeren Verbindung: das dunkle thal / des todes(Klopstock; L059 DWb); heute auch übertragen ›schlechte Konjunkturlage‹: die Wirtschaft befindet sich in einem Tal (L097 GWb), ⇓ "S192" Talfahrt der Wirtschaft (eines der Wörter des Jahres 1982); zu Tal(e) (mhd. ) ›abwärts‹.Talsperre (frühes 20. Jahrhundert; L345 Friedrich Karl Ludwig Weigand/ L345 Herman Hirt) »Versperrung eines Tales zur Aufstauung des Wassers« (ebenda).
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