Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
Schraube
1361 schrube, wohl < lat. scrofa ›Sau‹ (wie portugies. porca ›Schraube‹ < lat. porca ›Sau‹, nach dem schraubenartigen Ringelschwanz) und lat. scrobis ›Loch, weibliche Scham‹; Eiserne… holzerne Schraube (L308 Kaspar Stieler), Schraube mit einem Gewinde (J. L.L078 Johann Leonhard Frisch), Schraube ohne Ende »hat nicht mehr denn 3 Umgänge« (ebenda), bildlich bei Goethe (vgl. L059 DWb); redensartlich heute veraltet auf Schrauben stellen (auch setzen) ›unklar und unsicher lassen‹;⊚⊚ die Schraube (fester) anziehenhärter durchgreifen‹ (19. Jahrhundert; W.L244 Wolfgang Pfeifer), dazu ↑ "Steuerschraube"; von jmdm. , der unvernünftige Ideen hat bei ihm ist eine Schraube los/ locker: daß eine Schraube in seinem Kopf wackelt, mögen Sie mir glauben (Holtei; L264 Daniel Sanders); kurz für Luftschraube, Schiffsschraube (L320 Trübner); ⇓ "S191" abwertend umgangssprachlich ›alte Frau‹ (L059 DWb).
schrauben 15. Jahrhundert schruben, ursprünglich schwaches Verb, daneben auch stark (schrob, geschroben, ↑ "verschroben"); übertragen den Preis, seine Forderungen, die Steuern usw. in die Höhe schrauben (19. Jahrhundert; L264 Daniel Sanders), sich schrauben von langsamer, drehender Bewegung: er schraubt allmählich sich hinzu, so leis' er kann (Wieland), das Auto, Flugzeug schraubt sich in die Höhe (L320 Trübner); im Partizip Prät. attributiv übertragen: mit geschraubeten Worten (Luther; L264 Daniel Sanders), geschraubter [›künstlich gewundener‹] Ausdruck;
Schraubenmutter (um 1700), weil sie die Schraube in ihr Gewinde aufnimmt bzw. daraus entläßt, ↑ "Mutter"(3);
Schraubenzieher (L003 Johann Christoph Adelung 1780).
Sie können einen Link zu dem Wort setzen

Ansicht: Schraube