Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
Sattel
ahd. satul, mhd. satel, altgermanisch (altnord. sodull, engl. saddle), wohl aus ⇓ "S200" altslaw. sedlo entlehnt (germanisches Reiten ohne Sattelbezeugt Caesar, Bellum Gallicum 4,2);1.1Sitzvorrichtung auf dem Rücken von Reittieren‹; übertragen (vgl. L019 Wilhelm Borchardt 411)
⊚⊚ (fest) im Sattel sitzen (Mitte des 17. Jahrhunderts; L059 DWb) ›eine gute Position haben‹, dazu sattelfest, entsprechend jmdm. in den Sattel helfen, jmdn. aus dem Sattel heben (beide frühnhd.); er/ sie ist in alle(n) Sätteln gerecht (L200 Josua Maaler) ›weiß sich in allen Verhältnissen zurechtzufinden, kennt sich in vielem aus‹; heute auch
1.2 auf Zweiräder bezogen, den Sattel höher, tiefer stellen;
2 fachsprachlich ›Bodensenke‹ (1806ff.; L059 DWb), ›oberer Teil des Nasenrückens‹ (L033 Joachim Heinrich Campe).
satteln ahd. satalon, ↑ "umsatteln", und die ⇓ "S035" Berufsbezeichnung
Sattler ahd. satilari;
Sattelpferd (J. L.L078 Johann Leonhard Frisch 1741) ›das linke Wagenpferd, das einen Sattel trägt, auf dem der Fuhrmann reitet‹, Gegensatz Handpferd;
SattelzeitUmbruchphase eines Begriffs, in der dessen alte und neue Bedeutung zugleich gilt‹: Der heuristische Vorgriff führt… eine ›Sattelzeit‹ ein, in der sich die Herkunft zu unserer Präsenz wandelt (1972 Koselleck; L086 GG1,XV).
Sie können einen Link zu dem Wort setzen

Ansicht: Sattel