Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
Nest
ahd. / mhd. nist, nest (engl. nest) verwandt mit lat. nidus: Auf dem Baume Zukunft bauen wir unser Nest; Adler sollen uns Einsamen Speise bringen in ihren Schnäbeln!(1883 A200 Friedrich Nietzsche, Zarathustra 261). Umgangssprachlich für das Bett (schon mhd. ; L059 DWb), für einen unbedeutenden Ort (1792 A172 Friedrich Laukhard, Leben I,139). Dazu "Geniste", ↑ "nisten".Nestbeschmutzerjmd. , der sein eigenes Land, seine Herkunft, Klasse usw. beschimpft‹, politisches ⇓ "S192" Schlagwort, ⇓ "S149" nicht vor L097 GWb1978 gebucht, jedoch mit Sicherheit wesentlich älter;
sein/ das (eigene(s)) Nest beschmutzendie eigene Familie oder Heimat beschimpfen‹: Sie wollen die Erde erniedrigen, obwohl Sie auf ihr leben und alles von ihr empfangen. Sie beschmutzen ihr eigenes Nest (B.A025 Bertolt Brecht, Galilei; 3,1282).
Nestflüchter Klassifizierung von Vogelarten, deren Junge das Nest rasch nach dem Schlüpfen verlassen, Gegensatz Nesthocker. »In der neueren Zeit in der Naturgeschichte« (L345 Friedrich Karl Ludwig Weigand/ L345 Herman Hirt 1910).
Nesthäkchen Nestheckchen, Nesthöckchen umgangssprachlich (1642 Nesthecklein; L164 Friedrich Kluge), ›das jüngste Kind‹, eigentlich ›das am längsten im Nest bleibende Vögelchen‹. In demselben Sinn auch Nestküchlein, norddt. Nestküken; ferner Nestquakelchen.
Nestling (1399; L345 Friedrich Karl Ludwig Weigand/ L345 Herman Hirt) ›noch im Nest bleibender Vogel‹, übertragen auf Kinder ›Nesthäkchen‹.
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