Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
Lippe
westgermanisch (engl. lip), erst durch Luther aus dem ⇓ "S150" ⇓ "S137" Niederdeutschen/ Mitteldeutschen (vgl. L175 Friedrich Kluge/ L175 Elmar Seebold) in die Hochsprache eingeführt (wohl verwandt mit lat. labium), im Oberdeutschen dafür früher ↑ "Lefze";⊚⊚ an jmds. Lippen hängen ›gespannt, aufmerksam zuhören‹, etwas nicht über die Lippen bringen ›etwas nicht aussprechen können‹ (L320 Trübner); umgangssprachlich salopp auch ›Mundwerk‹, eine kecke (moderner: kesse, dicke) Lippe riskieren ›ein übermütiges, freches Wort wagen‹ (»junge Redensart«; L019 Wilhelm Borchardt). Mancherlei Übertragungen nach der Ähnlichkeit der Gestalt (von Blüten, der Scham), so veraltet die Lippen (›Ränder‹) einer Wunde (Lessing) (auch englisch).
Lippenbekenntnis (L265 Daniel Sanders Erg. 1885, s. v. kennen), Gegensatz Herzensbekenntnis.
Lippenstift ⇓ "S149" L298 Sprach-Brockhaus 1940, wohl früher; L344 Wessely-Schmidt 1925 Lippenpomade.
westgermanisch (engl. lip), erst durch Luther aus dem ⇓ "S150" ⇓ "S137" Niederdeutschen/ Mitteldeutschen (vgl. L175 Friedrich Kluge/ L175 Elmar Seebold) in die Hochsprache eingeführt (wohl verwandt mit lat. labium), im Oberdeutschen dafür früher ↑ "Lefze";⊚⊚ an jmds. Lippen hängen ›gespannt, aufmerksam zuhören‹, etwas nicht über die Lippen bringen ›etwas nicht aussprechen können‹ (L320 Trübner); umgangssprachlich salopp auch ›Mundwerk‹, eine kecke (moderner: kesse, dicke) Lippe riskieren ›ein übermütiges, freches Wort wagen‹ (»junge Redensart«; L019 Wilhelm Borchardt). Mancherlei Übertragungen nach der Ähnlichkeit der Gestalt (von Blüten, der Scham), so veraltet die Lippen (›Ränder‹) einer Wunde (Lessing) (auch englisch).
Lippenbekenntnis (L265 Daniel Sanders Erg. 1885, s. v. kennen), Gegensatz Herzensbekenntnis.
Lippenstift ⇓ "S149" L298 Sprach-Brockhaus 1940, wohl früher; L344 Wessely-Schmidt 1925 Lippenpomade.