Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
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in lateinischer Form 1643 (L081 FWb), in französischer L174 Jürgen Elert Kruse 1769.1 Als deutscher ⇓ "S168" philosophischer Terminus seit ⇓ "S032" I.A152 Immanuel Kants Kritik der reinen Vernunft (1781) im Anschluß an Aristoteles (⇓ "S081" griech. kategoría ›Grundaussage‹); Kant unterscheidet 12 »reine Verstandesbegriffe«, die Erkennen erst ermöglichen (vgl. L138 HWbPh 4,727ff.): je 3 Kategorien der Quantität (Einheit, Vielheit, Allheit), der Qualität, der Relation, der Modalität, welche wiederum »Klassen von Verstandesbegriffen« sind.
2 Über die Philosophie ausgedehnt in andere Wissenschaften, früh in die Sprachwissenschaft (z. B. W. v.Humboldt), weil hier das Verhältnis Denken – Sprache besonders interessiert, vgl. H.Paul, Psychologische und grammatische Kategorie (in: H.L237 Hermann Paul, Prinzipien der Sprachgeschichte, 21886, Kap. 15).
3"S037" Bildungssprachlich verallgemeinert ›Sorte, KlasseOriginalität, Universalität, und Individualität vielleicht die Kategorien der Poesie (F.Schlegel, Literary Notebooks 1797–1801, ed. Eichner, Nr. 1618); Kategorie jener verächtlichen Leute(1822 E.T.A.Hoffmann; L081 FWb).
kategorisch (1619; L345 Friedrich Karl Ludwig Weigand/ L345 Herman Hirt) < lat. categoricus, ›bündig, entschiedenkategorischer ↑ "Imperativ" (I.Kant); etwas kategorisch ablehnen.
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