Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
Kappe
ahd. kappa< spätlat. cappa. Ursprünglich1Mantel mit oder ohne Kapuze‹. So ist die ↑ "Tarnkappe" des Nibelungenliedes zu denken. So auch die Mönchskappe, vgl. das Sprichwort gleiche Brüder (d. h. gleiche Ordensbrüder), gleiche Kappen. Vgl. L046 DRWb. Auch unter Narrenkappe (vgl. jedem Narren gefällt seine Kappe) ist ursprünglich ein Mantel mit Kopfbedeckung zu verstehen (schwed. kappa, dän. kabe noch heute ›Mantel‹). Nach dem 16. Jahrhundert überwiegt die Bedeutung
2Kopfbedeckung‹. Jetzt versteht man norddeutsch unter Kappe(Käppchen) eine eng anliegende Kopfbedeckung, süddeutsch dagegen ist Kappe allgemein ›Mütze‹ (vgl. L171 Paul Kretschmer 346, Foltin L061 DWEB3, 208ff.).
etwas auf seine Kappe nehmendie Verantwortung übernehmen‹ (H. v.Kleist; L059 DWb). Frühnhd. KappenSchläge auf den Kopf‹. ⇑ "Tarnkappe", "verkappen". Überdies »vielfältig technisch« (L059 DWb), »etwas Kappenähnliches«, u. a. im Bergbau, in der Baukunst, auch ›Verschluß‹ (z. B. von Stiften oder von Schuhen am vorderen Teil).
Käppi um 1830, ⇓ "S195" schweizerisches ⇓ "S050" Diminutiv von Kappe, besonders für die militärische Kopfbedeckung ›Schiffchen‹, auch sonst verbreitet.
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